Text-Bild-Ansicht Band 273

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Construction sogar in noch kürzerer Zeit, zu machen, so daſs es auch für kleinere Brennereien möglich sein würde, auf diese Weise eine vollständige Entfuselung vorzunehmen. Verfasser ist überzeugt, auch den ersten Ansprüchen der Raffineure durch den alleinigen Effect seines Verfahrens genügen zu können, läſst es aber dahingestellt, ob dieses in allen Fällen zweckmäſsig sein würde, oder ob nicht vielmehr die absolute Entfuselung durch Combination seines Verfahrens mit anderen noch besser zu erreichen sein würde. In Daber z.B. habe die Verbindung mit einer Rectificationscolonne eine ganz erhebliche Verbesserung der Waare ergeben. Dieses bestätigt v. Diest an einer anderen Stelle, indem er anführt, daſs eine in Regenwalde von Birner untersuchte Probe als fuselfrei bezeichnet wurde und daſs nach der neuerdings dem Apparate gegebenen Gestaltung ein völlig fuselfreier Sprit von guter Qualität und zwar bis zu 95 Proc. von der angewandten Rohwaare erhalten wurde. Die Redaction der Spirituszeitschrift bemerkt hierzu, daſs der erzielte Reinheitsgrad auch der mit der Colonne bewirkten Rectification zugeschrieben werden könne, worauf Traube an einer anderen Stelle nochmals hervorhebt, daſs die Colonne nicht nothwendig ist, sondern daſs es nach seinem Verfahren gelingt, selbst bei einer Füllung von nur wenigen hundert Litern Rohspiritus bis etwa 95 Proc. der angewandten Rohwaare als völlig fuselfreien Sprit von guter Qualität zu erhalten. – Faſst man alle diese Ausführungen zusammen, so muſs man wohl die Frage nach der Brauchbarkeit des Traube'schen Verfahrens zur Zeit als eine noch nicht vollständig gelöste bezeichnen.

Verfahren zur Reinigung von Rohalkoholen mit Hilfe der Alkalibisulfite, allein oder im Gemische mit neutralen Alkalisulfiten; von la société française des alcools purs in Paris (D. R. P. Nr. 46627 vom 13. Mai 1888 ab). Das Verfahren ist gekennzeichnet durch: a) Die Eliminirung des Gesammtgehaltes an Aldehyd und Aceton als Vorlauf und Umwandelung desselben in Aldehydsulfite bezieh. Acetonsulfit mittels einer concentrirten Bisulfitlösung; b) bei Gegenwart von Butylaldehyd im Rohalkohol in Aldehydsulfit durch Zusatz von neutralem Sulfit zu dem Alkalibisulfit; c) die Destillation der nach a) oder b) erhaltenen Gesammtmasse zur Trennung des Alkohols von den Aldehyd- und Acetonsulfiten, welche im Rückstande verbleiben; d) nochmalige Destillation des unter c) erhaltenen Destillates in Gegenwart einer Base, wie Natron, Kali, Kalk behufs Bindung der unter c) mit übergegangenen schwefligen Säure und Gewinnung chemisch reinen Alkohols im Destillat; e) die Destillation der bei der Fractionirung verbleibenden, schwerer flüchtigen Fraction nach der einer bekannten Arbeitsweise. (Die Verbindungen der Aldehyde und des Acetons können zur Gewinnung dieser Stoffe benutzt werden.)

Zur Beurtheilung und Controle des Destillationsbetriebes empfiehlt Carl Huber in den Berichten der österreichischen Gesellschaft zur Förderung