Text-Bild-Ansicht Band 273

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der chemischen Industrie, Bd. 10 S. 145, die Feststellung der Temperatur an allen charakteristischen Stellen des Apparates. Aus diesen Daten kann man unter Zuhilfenahme der latenten Wärme des Alkohols (210) und des Wassers (550), sowie der specifischen Wärme des Alkohols (0,7) und derjenigen der Alkoholdämpfe (0,45) und endlich aus der stündlichen Verarbeitung an Maische, sowie aus der stündlichen Production von Spiritus durch Rechnung finden: a) den Verbrauch an Wasser, b) den Verbrauch an Dampf, c) die Menge des gebildeten Lutterwassers, d) die Menge der erzeugten Schlämpe.

V. Schlämpe.

Fütterungsversuche über die beste Verwerthung wasserreicher Futtermittel, insbesondere der Schlämpe der Karloffelspiritus- und Kornbranntwein-Brennereien.

Hierüber berichtet Prof. Märcker in der Generalversammlung des Vereins deutscher Spiritusfabrikanten (Zeitschrift für Spiritusindustrie, Bd. 12 Ergänzungsheft S. 42). Im Winter 1887 bis 1888 wurden umfangreiche Fütterungsversuche von praktischen Landwirthen unter Mitwirkung der Versuchsstation Halle zur Ausführung gebracht. Die Versuche erfolgten nach einem einheitlichen, von Prof. Märcker entworfenen Plane und unter strenger, analytischer Controle durch die Versuchsstation. Durch die Versuche sollten vor Allem zwei Fragen entschieden werden, nämlich erstens, wie man die Schlämpe verhältniſsmäſsig am besten ausnutzt, und zwar in der Richtung, daſs man genau die Grenze festzustellen hat, bis zu welcher die Schlämpe von den Thieren noch vortheilhaft verwerthet wird – zweitens, wie man bezüglich des Gehaltes an Nährstoffen, sowohl stickstoffhaltigen wie stickstofffreien, die Rationen einzurichten hat, um die höchste Rente und die beste Ausnutzung des Grundfutters zu erzielen. Nachdem der Verfasser zunächst die Nachtheile, welche ein Uebermaſs von Wasser in der Ration durch Schädigung der Production im Gefolge hat, des Näheren dargelegt hat (vgl. hierüber unser Referat 1888 269 331), geht derselbe näher ein auf die Zusammensetzung der Schlämpe. Die zu den Versuchen verwendete Kartoffelschlämpe enthielt im Durchschnitt zahlreicher Analysen etwa 7 Proc. Trockensubstanz; diese besteht zu etwa 25 Proc. aus stickstoffhaltigen und zu 50 Proc. aus stickstofffreien Stoffen, so daſs sich einschlieſslich des Fettes, welches etwa 3 bis 4 Proc. der Trockensubstanz ausmacht, ein Nährstoffverhältniſs von 1 : 2 berechnet, ein Verhältniſs, wie es nur in Kraftfuttermitteln, z.B. den Oelkuchen, vorkommt. Es ist also die Trockensubstanz der Schlämpe als ein sehr intensives Nährmittel zu bezeichnen und die Erfolge, welche man mit derselben erreicht, entsprechen auch denjenigen der Kraftfuttermittel vollständig. Dazu kommt noch die hohe Verdaulichkeit der stickstoffhaltigen Stoffe, welche sich nach den zahlreich ausgeführten Bestimmungen im Durchschnitt zu 82,