Text-Bild-Ansicht Band 273

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in maximo zu 88 Proc. ergaben. Die stickstofffreien Stoffe sind zu etwa 85 Proc. in Wasser löslich und dadurch für die Production des Thierkörpers ausgezeichnet zu verwerthen. Eine der interessantesten Erfahrungen, die bei den Versuchen gemacht wurden, ist die, daſs man in Form von Schlämpe den Thieren weit gröſsere Wassermengen zuführen kann, ehe die Production geschädigt wird, als in Form von anderen wasserreichen Futtermitteln, in denen Wasser in kaltem Zustande oder auch in anderem Verhältnisse zu den sonstigen Nährstoffen den Thieren geboten wird. Denn während z.B. bei Versuchen an Mastthieren mit Diffusionsrückständen schon bei einer Gabe von 35 bis 40k Wasser für das Thier von etwa 600k Lebendgewicht eine Schädigung der Production eintrat, mithin also 30 bis 40k Wasser als die Grenze der Wassergabe bezeichnet werden müssen, konnten bei der Schlämpe 65k Wasser in der Ration gegeben werden, ehe ein Sinken der Production hervortrat. Bei Verabreichung von Schlämpe kann man also den Thieren sehr groſse Wassermengen zumuthen und erreicht damit doch eine zufriedenstellende Production. Aber eine gewisse Grenze hat die Schlämpegabe auch, und um diese festzustellen wurden Versuche mit verschiedenen Schlämpemengen, denen in der Ration Wassergaben von 55 bis 72k,5 entsprachen, ausgeführt. Bei diesen Versuchen sind aus einander zu halten diejenigen, welche mit Mastthieren und andererseits diejenigen, welche mit Milchkühen ausgeführt wurden. Bei einem Versuche mit Mastochsen, ausgeführt von Amtsrath Wagner in Warmsdorf, wurden z.B. folgende Resultate erhalten:

bei 55k Wasser in der Ration = 0k,914 Lebendgewichtszunahme
65k = 1k,141
72,k5 = 0k,845

Durch die hohe Schlämpegabe fand also eine sehr erhebliche, etwa 26 Proc. betragende Verminderung in der Lebendgewichtsproduction statt und man muſs nach diesen Erfahrungen sagen, daſs die äuſserste zulässige Schlämpegabe für Mastochsen bei höchstens 70l liegt. Bis zu dieser Gabe wird die Schlämpe noch in einer, ihrem Nährstoffgehalte entsprechenden Weise zur Wirkung gelangen. Zwar erreicht man auch durch hohe Schlämpegaben noch einen hohen Masterfolg, jedoch einen verhältniſsmäſsig geringeren und damit in Verbindung eine Verringerung der Rente. So betrug z.B. in Warmsdorf bei der mittleren Schlämpegabe die Rente 21,7 Pf. für Tag und Stück; durch die hohe Gabe sank dieselbe auf 8,2 Pf. Ganz anders liegen die Verhältnisse bei den Milchkühen. Hier gaben die höchsten Schlämpegaben das beste Resultat in Bezug auf den Milchertrag und es fand durch die hohe Wassergabe auch nicht ein ungünstiger Einfluſs auf die Beschaffenheit der Milch statt; denn es zeigte dieselbe den gleichen Gehalt an Trockensubstanz und Fett wie bei der geringen Gabe. Während nun aber durch die Erhöhung der Schlämpegabe eine Steigerung des Milchertrages von beispielsweise 1k beobachtet wurde, fand in Bezug auf das Lebendgewicht bei den Milchkühen