Text-Bild-Ansicht Band 273

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genau dasselbe statt wie bei den Mastthieren; mit Erhöhung der Schlämpegabe verminderte sich die Lebendgewichtszunahme, denn es betrug dieselbe z.B. in einem Versuche bei der kleinsten Wassergabe 0k,586 Zunahme, bei der höchsten jedoch nur noch 0k,09. Die Anregung, welche durch groſse Wassermengen für die Milchproduction gegeben wird, geschieht also auf Kosten des Lebendgewichts. Gibt man gleiche Nährstoffmengen bei schwacher und bei starker Schlämperation, so bekommt man durch die starke Gabe mehr Milch, aber weniger Lebendgewicht, durch die schwache mehr Lebendgewicht und weniger Milch. Ob das Eine oder das Andere vortheilhafter ist, muſs die Rechnung für den speciellen Fall ergeben. Die günstigen Erfolge, welche hohe Schlämpegaben auf die Milchproduction ausüben, treten jedoch nur dann zu Tage, wenn daneben hohe Gaben an verdaulichen, stickstoffhaltigen Stoffen verabreicht werden. Es zeigte sich dieses sehr deutlich bei einem von Amtsrath Oesterreich in Siegersleben ausgeführten Versuche, bei welchem durch einen unbeabsichtigten Zufall neben der höchsten Schlämpegabe eine geringere Menge Proteïn verabreicht wurde. Dies hatte im Gefolge, daſs der Milchertrag, welcher bei der geringsten Schlämpegabe 14k,19 betrug und welcher durch die höhere Gabe auf 14k,49 gesteigert wurde, durch die höchste Schlämpegabe in Folge der unzureichenden Menge von Proteïn auf 12k,63 herabsank. Aus diesen Beobachtungen folgt, daſs man die Rationen in den Brennerei-Wirthschaften sehr stickstoffreich einrichten muſs, reicher als dies bisher geschehen ist, wenn man rentabel arbeiten will.

Endlich richteten sich die Versuche darauf, festzustellen, wie groſs man die Gaben von stickstoffhaltigen und stickstofffreien Nährstoffen bemessen müsse, um die höchste Production zu erzielen. Nach den Wolff'schen Normen werden für 500k Lebendgewicht 1k,25 verdauliche stickstoffhaltige Nährstoffe erfordert, und auf dieser Grundlage hat man bisher allgemein die Rationen aufgebaut. Es wurde nun versucht, die stickstoffhaltigen Nährstoffe bis auf 2k zu steigern, und das Resultat dieser Versuche war ein auſserordentlich günstiges, denn nicht in einem einzigen Falle ist diese bedeutende Erhöhung ohne Erfolg gewesen. Ueberall ist die extremste Stickstoffration die allerbilligste gewesen, sie hat sich gröſstentheils durch die Production selbst bezahlt gemacht, und wo dieses nicht der Fall war, durch die viel billigere Erzeugung des Düngers. Je stickstoffreicher die Ernährung, um so billiger wird der Dünger producirt. Als Beleg für diese Schluſsfolgerungen möge aus den vielen übereinstimmenden Versuchen nur der eine von Amtsrath Rimpan in Schlanstedt ausgeführte hier mitgetheilt werden:

Stickstoffhaltige Nähr-
stoffe in der Ration
Lebendgewichtszunahme
pro Tag und Stück
Rente pro Tag und
Stück
k k Pf.
1,60 1,196 4,4
1,85 1,279 12,6
2,09 1,303 16,7