Text-Bild-Ansicht Band 273

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der Milch ergab in derselben keinen gröſseren Säuregehalt als bei normaler Fütterung. Verfasser schlieſst daraus, daſs, sofern nicht zu groſse Quantitäten von organischen Säuren zur Aufnahme gelangen und sofern durch die Säureaufnahme keine Verdauungsstörungen, sowie andere der Gesundheit nachtheilige Folgen eintreten, ein Uebergang dieser Säuren in die Milch nicht stattzufinden scheint, sondern vielmehr auch hier die verunreinigte Stallluft als die Ursache der schlechten Beschaffenheit der Milch anzusehen sein dürfte.

Ueber den Glyceringehalt der Branntweinschlämpe veröffentlicht Hans Graf v. Torring in den Landwirthschaftlichen Versuchsstationen, 1889 Bd. 36 S. 23, eine umfangreiche Arbeit. Der Verfasser prüfte nach einer von ihm ausgearbeiteten Methode (ähnlich der von Dietz, vgl. 1888 268 128) 7 Proben Schlämpe auf ihren Gehalt an Glycerin und fand im Durchschnitte auf 1l Schlämpe 2g,520 oder auf 100g Schlämpetrockensubstanz 3g,12 Glycerin. Diese Zahlen bleiben erheblich unter denen, welche sich aus dem Alkoholgehalte der Maischen auf Grund der von Pasteur ermittelten Zahlen berechnen lassen. Diese Differenz ist wohl dadurch zu erklären, daſs ein Theil des Glycerins durch Nebengährungen wieder zerstört wird. Möglicherweise bildet sich durch diese Zersetzung des Glycerins der im Rohspiritus enthaltene Propyl- und Butylalkohol. In der getrockneten Schlämpe fand Verfasser, auf wasserfreie Substanz berechnet, nur 1,9 Proc. Glycerin, während 100 Th. Trockensubstanz der frischen Schlämpe 2,57 bis 3,92 Th. Glycerin enthielten. Es geht also beim Trocknen fast die Hälfte des Glycerins verloren. Verfasser berechnet die Menge Glycerin, welche die Thiere in den üblichen Schlämpegaben erhalten, und glaubt nach den bis jetzt vorliegenden Beobachtungen über die Ausnutzung und Bekömmlichkeit des Glycerins, daſs diese Mengen, besonders in der groſsen Verdünnung, nicht nur ohne Nachtheil für die Gesundheit der Thiere sein werden, sondern auch voll zur Ausnutzung gelangen, d.h. eine ihrem Verbrennungswerthe entsprechende Menge Wärme liefern werden. Da nun 100 Th. Glycerin dieselbe Wärmemenge liefern wie 110 Th. Stärke und da andererseits das Glycerin leicht löslich und resorbirbar und vollständig verdaulich ist, so hält Verfasser dasselbe für einen sehr werthvollen Bestandtheil der Schlämpe. Andererseits macht Verfasser darauf aufmerksam, daſs in Folge des Gehaltes der Schlämpe an Holzfaser und incrustirenden Substanzen die Annahme, daſs die gesammten stickstofffreien Extractstoffe der Schlämpe den Werth der Stärke besitzen, unzutreffend sei und eine ungerechtfertigte Ueberschätzung des wirklichen Nährwerthes dieser Stoffe in sich schlieſsen. (So viel dem Referenten bekannt ist, bringt man auch nur 85 Proc. der stickstofffreien Stoffe als verdaulich in Rechnung.)

Die Frage, weshalb sich auf Maismaischen, welche mittels Hochdruck hergestellt sind, kein Oel absondert, während bei Maischen, nach altem