Text-Bild-Ansicht Band 273

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Verfahren bereitet, eine bedeutende Oelabsonderung stattfindet, wird in der Zeitschrift für Spiritusindustrie, Bd. 12 S. 144, von Heinzelmann dahin beantwortet, daſs das Oel sich hauptsächlich in den Zellen des Embryo vorfindet, und daſs durch das Zerkleinern des Maiskorns durch Schroten der Embryo von den Umhüllungen befreit und dadurch das Oel bloſsgelegt wird. Beim Dämpfen unter Hochdruck ohne Zerkleinerung findet eine solche Freilegung der ölhaltigen Zellen wahrscheinlich nicht in dem Maſse statt. Jedenfalls aber ist eine Zersetzung des Oeles, wie der Fragesteller sie vermuthet, nach den Versuchen, welche Heinzelmann durch Erhitzen von Maisöl mit Wasser unter hohem Drucke ausgeführt hat, nicht zu befürchten.

(Fortsetzung folgt.)

Ueber Fortschritte in der Bierbrauerei.

Ueber die Reinigung der Abgangswässer aus der Brauerei von Franz Schwackhöfer (Mittheilungen der österreichischen Versuchsstation für Brauerei und Mälzerei in Wien, II. Heft, Wien 1889. Wochenschrift für Brauerei, 1889 Bd. 6 S. 313).

Im Laufe des vorigen Jahres wurden in Niederösterreich eine ganze Reihe von Fabriken wegen ungenügender bezieh. ganz unterlassener Reinigung ihrer Abgangswässer und Auslaufenlassen in ein öffentliches Gerinne von Seite der Behörde beanstandet. Darunter befinden sich auch zwei gröſsere Brauereien. Die chemische und bakteriologische Untersuchung der Abwässer derselben fiel dem Laboratorium der Versuchsstation an der k. k. Hochschule für Bodenkultur zu.

Beide Brauereien besitzen Reinigungsanlagen, in welchen Kalkmilch als Desinfectionsmittel in Anwendung kommt. Die eine Brauerei hat hierfür eine eigene maschinelle Einrichtung mit Rührbottichen und geschlossenen Filtern, die andere hingegen nur eine Sedimentäranlage, bestehend aus langen, mehrfach gewundenen gemauerten Kanälen von geringem Gefälle, in welchem der durch die Kalkfällung erzeugte Niederschlag zum Absitzen gebracht wird.

Der Verfasser theilt in dem Originalaufsatze nur die Resultate mit, welche er bei Untersuchung des Abwassers aus der Brauerei mit maschineller Einrichtung erhielt. Die bei dem Abwasser der anderen Brauerei erzielten hält Verfasser nicht für maſsgebend, da die kommissionelle Erhebung und Probenahme in der Brauerei nach dreitägigem Regenwetter stattfand, wodurch das in der offenen Reinigungsanlage sich befindende Abwasser stark verdünnt wurde und somit reiner erschien, als es in Wirklichkeit sein konnte.

Bezüglich der erhaltenen Zahlen auf das Original verweisend begnügen wir uns hier damit, das Gesammtergebniſs der Untersuchung mitzutheilen wie folgt: