Text-Bild-Ansicht Band 273

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der Luft auch für die Gährung ungünstig wirkt, so kann der Apparat auch Verwendung finden, um die Nothwendigkeit der Luftveränderung in Kellern anzuzeigen. Zur Erwärmung kann jede beliebige Flamme (Erdöl, Gas, Kerze u.s.w.) benutzt werden. Preis des Apparates 20 M.

VII. Analyse.

Ueber den Nachweis von Fuselöl in Spiritus veröffentlicht L. v. Udransky in der Zeitschrift für physiologische Chemie, Bd. 13 S. 248, eine Untersuchung, welche sich an seine Arbeiten über Furfurolreactionen, über welche wir bereits berichtet haben (1889 271 371), anschlieſst. Der Verfasser fand, daſs der käufliche Amylalkohol stets Verunreinigungen enthält, zu denen auch das Furfurol gehört und in Folge dieser Verunreinigungen ganz andere Eigenschaften besitzt als absolut reiner Amylalkohol, welchen der Verfasser sich nach einem sehr umständlichen Verfahren darstellte. Dieses reine Product besaſs den widrigen, die Schleimhäute intensiv reizenden Geruch in viel geringerem Maſse, gab beim Schütteln mit Wasser nur eine vorübergehende Opalescenz und zeigte vor Allem ein ganz anderes Verhalten gegen Alkalien und Säuren. Während das käufliche Product mit diesen Reagentien intensive Färbungen gibt, blieb der gereinigte Amylalkohol auch bei der Behandlung mit gröſseren Mengen Alkalien oder Säuren entweder vollständig farblos oder zeigte doch nur ganz schwach gelbe Färbungen. Der Verfasser schlieſst aus seinen Versuchen, daſs das Furfurol es ist, welches im käuflichen Amylalkohol die Verfärbung und Verharzung verursacht; denn als er dem reinen Präparate 0,15 Proc. Furfurol zusetzte, erhielt er mit Natronlauge, Salzsäure und Schwefelsäure dieselben Farbenerscheinungen wie mit dem käuflichen Producte. Gieſst man zu einer Lösung von einigen Tropfen furfurolfreien Amylalkohols und zwei Tropfen 0,5 procentigen Furfurolwassers in 1cc reinsten Aethylalkohols etwa 2cc concentrirte Schwefelsäure, so entsteht an der Berührungsfläche ein lebhaft indigorother (?) Farbenring, welcher bei passender Ausführung des Experimentes recht lange Zeit gleich bleibt und erst allmählich violettfarben wird. Neben diesem rothen bezieh. blauen Farbenton ist auch noch ein brauner bei der Reaction zu bemerken; er ist jedoch sehr schwach und zwar um so schwächer, je vorsichtiger die Reaction ausgeführt wird. Im Spectroskop zeigt diese Rothfärbung eine kräftige Absorption, welche zwischen E und b beginnt und bis F oder noch etwas darüber hinaus reicht. Die Reaction ist sehr beständig, und die Spektralerscheinungen sind noch nach Wochen ganz rein und scharf zu erkennen. Rohspiritus zeigt schon direkt bei Behandlung mit concentrirter Schwefelsäure, jedenfalls in Folge seines Gehaltes an Furfurol, dieselbe Reaction, jedoch sind die Farbenerscheinungen wegen anderer Verunreinigungen nicht so deutlich. Dieser störende Einfluſs