Text-Bild-Ansicht Band 273

Bild:
<< vorherige Seite

läſst sich aber beseitigen, wenn man den Rohsprit mit reinstem Aethylalkohol verdünnt und noch Furfurolwasser hinzufügt.

Der Verfasser benutzt nun diese Reaction, welche Amylalkohol mit Furfurol und Schwefelsäure gibt, zum Nachweise des Amylalkohols und verfährt dabei wie folgt: 5cc des zu prüfenden Weingeistes werden mit 2 Tropfen 0,5 procentigen Furfurolwassers versetzt. Dann läſst man 5cc concentrirte Schwefelsäure zuflieſsen, indem man durch Abkühlen dafür sorgt, daſs die Temperatur nicht über 60° steigt. Bei Gegenwart von Fuselöl entsteht an der Berührungsfläche ein rother, allmählich in Violett übergehender Farbenring, welcher nach unten und oben durch einen bräunlichen Saum begrenzt ist. Bei viel Fuselöl ist die Rothfärbung gleich so intensiv, daſs die Prüfung im Spectralapparate vorgenommen werden kann. Ist der Fuselölgehalt gering, so läſst man eine halbe Stunde stehen und befördert durch langsames Schwenken unter Abkühlung das Vermischen der Flüssigkeiten. Bei sehr geringem Fuselgehalte empfiehlt sich fractionirte Destillation und Prüfung der letzten Fraction. Die Reaction soll noch bei einer Verdünnung von 1 : 10000 Amylalkohol auffinden lassen; doch ist in diesem Falle die Färbung schon so schwach, daſs die spectroskopische Prüfung ein negatives Resultat gibt. Für diese Prüfung liegt die Grenze bei 1 : 4000 bis 1 : 5000. Als charakteristisch für den Amylalkohol darf nur die in violett übergehende Rothfärbung und der Absorptionsstreifen gelten. Verunreinigungen, welche der Spiritus beim Aufbewahren in Holzgefäſsen aufnimmt, geben auch die Furfurolreaction, jedoch in anderer Weise bezüglich der Farbe; auch zeigen diese Reactionen keine Spectralerscheinungen. Verfasser hat auch versucht, die Reaction zur quantitativen Bestimmung des Fuselöls zu benutzen, jedoch sind, wie bekannt, derartige colorimetrische Methoden mit groſsen Unsicherheiten behaftet.

Eine Zusammenstellung und kritische Besprechung der zahlreichen, zum Nachweise und zur Bestimmung des Fuselöls in Trinkbranntweinen in Vorschlag gebrachten Methoden bringt Karl Windisch in den Arbeiten aus dem kaiserlichen Gesundheitsamt, Bd. 5 S. 373 (auch Zeitschrift für Spiritus-Industrie, Bd. 12 S. 143 und 158). Der Verfasser bespricht zunächst die Methoden zum qualitativen Nachweise des Fuselöls, von denen wir diejenigen von v. Udransky (siehe voriges Referat), Godefroy, Uffelmann und Ekmann an dieser Stelle bereits erwähnt haben (vgl. 1886 261 442. 1889 271 371). Der Verfasser kommt zu dem Schlusse, daſs von allen in Vorschlag gebrachten Methoden nur die folgenden empfohlen werden können. Man macht zunächst die Geruchsprobe durch Riechen am stark verdünnten Branntwein; ferner extrahirt man den Branntwein nach Marquardt mit Chloroform, verdunstet letzteres, oxydirt den Rückstand des Chloroformauszuges entweder nach Wagner mit Platinmohr oder nach Otto und Marquardt mit Kaliumpermanganat und Schwefelsäure und prüft alsdann durch den Geruch. Ist Amylalkohol vorhanden, so