Text-Bild-Ansicht Band 273

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entsteht nach einander der Geruch nach Valeraldehyd, Valeriansäureamyläther und zuletzt nach Valeriansäure; man soll auf diese Weise noch 0cc,005 Amylalkohol nachweisen können. Zu bemerken ist, daſs ätherische Oele den Geruch verdecken und die Prüfung vielfach ganz unmöglich machen. Es ist daher eine Abscheidung derselben vorher nothwendig. Nach Hager soll diese mittels Glycerin oder mittels geschmolzenen Wachses oder Paraffins geschehen können. Auch Aldehyd, Furfurol und Fettsäureäther machen die Prüfung oft unmöglich. Wenn man den Spiritus nach Rose untersucht, so kann man die Chloroformschicht in der Bürette, welche das Fuselöl enthält, nach der Entfernung des Aethylalkohols mit Wasser zur Oxydation nach Marquardt benutzen. Als weitere Methode empfiehlt Verfasser die Uffelmann'sche Methylviolettprobe. Zur Darstellung der Reagensflüssigkeit löst man 1 Th. Methylviolett in 100 Th. Wasser und setzt so viel 2procentige Salzsäure zu, bis die Lösung deutlich grün ist. Aus dieser grünen, frisch bereiteten Lösung nimmt Amylalkohol den Farbstoff in seiner natürlichen Farbe, also violett, heraus. Setzt man daher in einer Porzellanschale zu dem Verdunstungsrückstande des Chloroformauszuges etwa die vierfache Menge dieser Lösung zu, so entstehen bei Anwesenheit von Amylalkohol violette Tröpfchen, welche auf der grünen Flüssigkeit schwimmen. Die Methode liefert, wie Verfasser sich überzeugt hat, gute Resultate; doch ist zu beachten, daſs auch einige andere Körper dieselbe oder doch eine sehr ähnliche Reaction geben. So sollen Furfurol, Cassiaöl und Nitrobenzol sich genau so verhalten wie Amylalkohol, nur sollen die Tröpfchen am Boden schwimmen und beim Furfurol rasch miſsfarben werden; auch kommen Cassiaöl und Nitrobenzol im Spiritus wohl kaum vor. Normaler und Isobutylalkohol geben ebenfalls Tröpfchen, doch sind diese blau, nicht violett. Einige ätherische Oele geben theils blaue, theils violette Tröpfchen, jedoch erst bei starkem und anhaltendem Schütteln, während sie bei Amylalkohol sofort und ohne Schütteln auftreten.

Von den Methoden zur quantitativen Bestimmung des Fuselöls erwähnt Verfasser zunächst diejenige von Marquardt und das Diaphanometer von Savalle. Die Unsicherheit beider Methoden ist bekannt und wird vom Verfasser bestätigt. Ebenso ist die Ekmann'sche Methode (1889 271 371) nur in beschränktem Maſse brauchbar. Zu der Röse'schen Methode erwähnt Verfasser eine von ihm angegebene Verbesserung der Herzfeld'schen Schüttelbürette, welche eine wesentlich genauere Ablesung, nämlich bis zu 0cc,01, mit absoluter Sicherheit ermöglicht. Die Verbesserung besteht darin, daſs Verfasser der Röhre einen Radius von nur 2mm,1 gibt, so daſs 1cc in der Röhre eine Längenausdehnung von 7cm,2 besitzt. Die Röhre des neuen Apparates ist 18cm lang und faſst nur 2mm,5. In Bezug auf die Traube'schen Verfahren macht Verfasser darauf aufmerksam, daſs zwischen der Steighöhenerniedrigung im Capillarimeter und der Tropfenzahlenvermehrung des Stalagmometers