Text-Bild-Ansicht Band 273

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(Photographisches Wochenblatt, 1888 S. 493. Eder's Jahrbuch für Photographie für 1889 S. 379). E. v. Gothard beobachtete, daſs nicht nur die Johanniskäfer, sondern auch die schwächer leuchtenden Larven derselben binnen 10 Secunden ein deutliches photographisches Bild auf Bromsilbertrockenplatten geben. Viel heller ist das Licht tropischer Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca), bei welchem Vanrout in St. Louis, sowie Farini sogar photographische Diapositive herstellten, welche Photographie in Fachjournalen abgebildet wurde (Eder's Jahrbuch, S. 379).

Herstellung von Bromsilbergelatine.

Die Erzeugung der Bromsilbergelatine geht immer mehr in die Hände der groſsen Fabriken über. Publikationen neuerer Darstellungsmethoden werden wenige veröffentlicht.

Als wichtige Beobachtung theilte L. Belitski in Nordhausen mit, daſs der Uebelstand des unsicheren „Reifens“ der Bromsilbergelatineemulsion beim ammoniakalischen Prozesse hauptsächlich darauf zurückzuführen sei, daſs die in der Wärme digerirten Gemische von ammoniakalischer Silbernitratlösung, Bromkalium und Gelatine nach Unterbrechung der Digestion ungleichmäſsig abkühlen und das Ammoniak während des mehrstündigen Erstarrens einen nicht genau controlirbaren Einfluſs auf die Empfindlichkeit des Bromsilbers und die Widerstandskraft der Gelatine ausüben. Belitski stellt deshalb Emulsion mittels Silberoxydammoniak (nach Eder's Methode) her und fügt nach beendigter Digestion in der Wärme eine genau gemessene Menge verdünnter Schwefelsäure hinzu. Da man die Grenze der Neutralisirung im Dunklen bei rothem Lichte nicht beobachten kann, so wird die Menge des Ammoniaks und zur Neutralisation dienenden Schwefelsäure zuvor genau festgestellt, jedoch um 5 Proc. weniger Säure zugesetzt, als zur völligen Neutralisation des Ammoniaks erforderlich ist (Eder's Jahrbuch für 1889, S. 107).

Der Referent beschreibt (Photographische Correspondenz, 1880) eine Methode zur Herstellung von Emulsion mit citronensaurer Silberoxydammoniaklösung, welche für Platten mittlerer Empfindlichkeit empfehlenswerth ist.

Es werden gelöst:

A) 24g Bromkalium,
6cc Jodkaliumlösung (1 : 10),
20g Winterthur-Gelatine,
250cc Wasser.
B) 30g Silbernitrat,
3g Citronensäure,
250cc Wasser,

wozu man nach erfolgter Lösung so viel Ammoniak hinzufügt, bis sich die anfangs stark milchig trübe Flüssigkeit vollkommen geklärt hat.

Man bringt sowohl A als B auf die Temperatur von 40 bis 50° C., mischt beide in der Dunkelkammer bei rothem Lichte, läſst in einem Wasserbade bei ungefähr 40° C. durch ½ bis ¾ Stunden stehen, fügt