Text-Bild-Ansicht Band 273

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Die Emulsion gewann also mit Vermehrung des Farbstoffes an Gesammt- und Gelbempfindlichkeit; auch gewann der Beleg im Gelb an Intensität und konnte die Zunahme der Kraft noch bei den beiden stärksten Lösungen bemerkt werden (Photographische Correspondenz, 1889).

Eosinsilber ist ein rother Niederschlag, welcher sich beim Mischen von Eosin mit Silbernitrat bildet und ist ein sehr guter Sensibilisator. Die Farbe ist mehr bläulichroth als jene des Eosins; im Ammoniak löst sich der Niederschlag unter Zersetzung, indem sich Eosin und Silberoxydammoniak bildet; beim Verdunsten bildet sich wieder Eosinsilber und bleibt zurück. Der Absorptionsstreifen liegt weiter gegen Orange als jener von Eosin.

Dr. E. Zettnow fand (Photographische Correspondenz, 1889), daſs Erythrosinsilber bei Gegenwart von Bromkalium zersetzt wird (in Bromsilber und Erythrosin), daſs jedoch der Farbstoff das Bromsilber in Lösung hält und zwar ungefähr das 2½ bis 7fache seines Gewichtes. Aehnlich verhält sich Chlor- und Jodsalz.

In reinem Wasser löst sich Erythrosinsilber im Verhältnisse von 1 : 60000 bis 1 : 80000, je nach der Sorte des Erythrosins.

Methyleosinsilber löst sich in 1125 Th. Wasser; Rose bengalsilber dagegen erst in 100000 Th. Wasser.

Dr. Zettnow stellt Eosinsilber oder Erythrosinsilber dar, indem er 1g Farbstoff in 200cc Wasser löst, auf 60 bis 80° C. erhitzt und hierauf 1g Silbernitrat gelöst in 10cc Wasser zusetzt; man läſst den Niederschlag absetzen und filtrirt nach dem Abkühlen; das Auswaschen des Niederschlages am Filter geschieht so lange, bis die durchlaufende Flüssigkeit gefärbt erscheint. Alsdann wird das Filter durchstoſsen, der Niederschlag abgespritzt und mit Wasser so weit verdünnt, daſs sein Volumen 250cc beträgt, 1cc der gut umgeschüttelten Flüssigkeit, in welcher die fein vertheilte Silberverbindung gleichmäſsig aufgeschwemmt ist, entspricht also 4mg des ursprünglich genommenen Farbstoffes. Bei Eosinsilber und Methyleosinsilber ballt sich nach 6 bis 8 Tagen der Niederschlag zusammen und setzt sich am Boden fest, bei Rose bengalsilber und Erythrosinsilber läſst sich der Niederschlag tadellos noch nach Monaten aufschütteln.

Dr. Zettnow untersuchte Eosin, Erythrosin, Methyleosin und Rose bengal, sowie deren Silberverbindungen im Spectrum und fand:

1) Daſs Erythrosin und Erythrosinsilber den anderen Eosinen so auſserordentlich überlegen ist, daſs nur dieser Farbstoff in Betracht kommen kann, wenn es sich darum handelt, eine Platte von starker Gelb- und hoher Gesammtempfindlichkeit herzustellen.

2) Es zeigte sich, daſs der Unterschied zwischen der mit dem reinen Farbstoffe und seiner Silberverbindung gefärbten Emulsion sehr gering ist; durchschnittlich zeichnet die Silberverbindung eine Wenigkeit brillanter und klarer. Die Ursache findet er in der bereits oben