Text-Bild-Ansicht Band 273

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welches man sammelt, in 1500cc Alkohol löst und 12g Chininsulfat in 100cc Alkohol zusetzt; die ganze Flüssigkeit wird mit Alkohol auf 4l gebracht. Zum Gebrauche verdünnt man stark mit Wasser, fügt Ammoniak zu und badet die Platten durch 4 Minuten (Photographisches Archiv, 1889 S. 61; aus Philos. Magaz., 1888 Ser. 5 Vol. 26 S. 391).

Orthochromatische Collodionemulsion.

Die orthochromatische Collodionemulsion hat vor der analogen Gelatineemulsion den Vorzug, daſs sie eine relativ viel gröſsere Empfindlichkeit für Gelb und Grün besitzt und Gemäldereproductionen mittels der ersteren ohne Gelbscheibe gemacht werden können. Seit 1888 bringt Dr. E. Albert in München solche Emulsion in den Handel. Sie besteht aus gewaschener Bromsilber-Collodionemulsion von geringer Empfindlichkeit. Erst durch Zusatz einer Lösung von Eosinsilber in alkoholischem Ammoniak, bei welcher das überschüssige Ammoniak und Pikrinsäure neutralisirt ist, wird die Emulsion sehr farbenempfindlich. Man übergieſst damit Glasplatten, exponirt sie im feuchten Zustande, wäscht nachher mit Wasser gut ab und ruft mit Hydrochinon hervor.

Die Emulsion ist unter Umständen so empfindlich wie Gelatineemulsion und können damit Porträts in einigen Secunden angefertigt werden. Jedoch scheint die Darstellung unsicher, da die Emulsionen selten diese hohe Empfindlichkeit besitzen; ferner scheint die Emulsion während des Aufbewahrens an Empfindlichkeit einzubüſsen.

Auch andere in dieser Richtung angestellte Untersuchungen führten zu keiner definitiven Lösung dieser Aufgabe (siehe Eder's Jahrbuch für Photographie für 1889 S. 402).

Entwickelung von Trockenplatten.

Die neueren Untersuchungen über die Verwendbarkeit verschiedener stark reducirender organischer Substanzen ergaben, daſs die Eigenschaft, das latente Lichtbild auf Bromsilbergelatine hervorzurufen, vielen Substanzen zukommt. Das Pyrogallol wurde (neben Eisenoxalat) bis vor Kurzem fast ausschlieſslich verwendet. Dann wurde Hydrochinon, dessen Eigenschaften als Entwickler schon vor längerer Zeit von Abney (für Bromsilberplatten), sowie von Eder und Pizzighelli (für Chlorsilbergelatine) entdeckt wurden, allgemeiner als Entwickler verwendet, da es im Preise wesentlich gesunken ist und durch von Balagny in Paris (1889) veröffentlichte Vorschriften das Arbeiten mit dem Hydrochinonentwickler vereinfacht wurde. Balagny zeigte, daſs man Hydrochinon, Soda und Natriumsulfit im Vorrathe mischen und als Entwickler sofort oder nach längerem Aufbewahren verwenden kann, daſs die Mischung sich lange Zeit farblos erhält und nicht wie Pyrogallol die Platten und die Hände braun färbt. Balagny löst 1 Th. Natriumsulfit in 4 Th. Wasser, andererseits