Text-Bild-Ansicht Band 273

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1 Th. Natriumcarbonat in 4 Th. Wasser; zur Herstellung des Entwicklers mischt er 75cc der Sulfitlösung mit 150cc der Natriumcarbonatlösung und löst darin 5g Hydrochinon auf. Als Verzögerer (und um etwaige Verschleimung der Platten zu vermeiden) kann man auf 100 Th. des Entwicklers 10 Tropfen Eisessig zusetzen. – Verwendet man an Stelle des Natriumcarbonats das kräftiger wirkende Kaliumcarbonat, so wirkt der Entwickler rascher, worauf Baltin u.a. aufmerksam machten. Folgende von Eder und Lenhard (Photographische Correspondenz, 1889) angegebene Vorschrift wirkt sehr günstig:

Hydrochinonlösung:
Hydrochinon 10g
Natriumsulfit 40g
Wasser 400cc
Potaschenlösung:
Potasche 20g
Wasser 200cc

Man mischt 40cc Hydrochinonlösung mit 20cc Potaschenlösung; die Entwickelung dauert länger als Pyrosoda, ungefähr 4 bis 8 Minuten. Man kann auch 40cc Potaschenlösung mit 20cc Hydrochinonlösung nehmen und bekommt dadurch mehr Kraft und kürzere Entwickelungsdauer; auch gleiche Theile Hydrochinon und Potasche geben groſse Kraft. Durch Verdünnen des Entwicklers mit Wasser, sowie Zusatz von etwas Essigsäure kann man zu lang belichtete Platten gut entwickeln. Manche Plattensorten zeigen während der Entwickelung einen grauen Schleier, welcher beim Fixiren groſsentheils verschwindet und der Copirfähigkeit nicht schadet. Dieselbe Hydrochinonlösung kann auch zum Sodaentwickler benützt werden.1)

Derartige fertig gemischte Hydrochinonentwickler kommen in verschlossenen Flaschen in den Handel und werden unter verschiedenen Namen, z.B. Universalentwickler u.s.w., verkauft.

Pyrocatechin (C6H4(OH)2) wurde von Eder und Tóth im J. 1880 zuerst in der Photographie verwendet und dessen Eigenschaften als Entwickler für Bromsilberplatten (nach Zusatz von Ammoniak) entdeckt. Damals wurde gezeigt, daſs das Resorcin, welches dem Pyrocatechin isomer ein sehr geringes Entwickelungsvermögen besitzt, während das gleichfalls isomere Hydrochinon kräftig wirkt. Neun Jahre später machte Dr. Arnold neuerdings Versuche mit Pyrocatechin, welches er mit Kaliumcarbonat alkalisch machte und gute Erfolge erzielte. Die daran von Dr. Bannow, E. Vogel, C. Srna angeschlossenen Versuche ergaben widersprechende Resultate.

In Anbetracht dieser verschiedenen Angaben untersuchte der Referent neuerdings das Brenzcatechin als Entwickler. Das reine Brenzcatechin

1)

Z.B. gleiche Theile obiger Hydrochinonlösung und Sodalösung (1 Th. krystallisirte Soda gelöst in 8 Th. Wasser), oder 2 Th. Hydrochinonlösung und 1 Th. Sodalösung.