Text-Bild-Ansicht Band 273

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Industrie getrieben wird. Die 10. Schöpfstelle liegt bei Klein-Döbschütz, oberhalb derselben die Spinnerei Heinitz. Durch diese Probe sollte der Zustand des Wassers ermittelt werden, bevor dasselbe die bei Sinkwitz (11), Schlungwitz (12) und Grubschütz-Doberschau (13) gelegenen Papierfabriken passirt. Die Schöpfstellen 11, 12, 13 liegen dicht hinter den betreffenden Fabriken. Die 14. Wasserprobe (Schüler-Weinberg) soll über die Bestandtheile des Wassers Aufschluſs geben, bevor es in das Weichbild der Stadt Bautzen tritt. Die folgenden Schöpfstellen 15 (Heilige Geist-Brücke), 16 (Wasserkunst), 17 (Seidau) und 18 (Kupferhammer) liegen unmittelbar im Bereiche der Abwässer von Bautzen und dem Vorort Seidau und wenig von einander entfernt. Vor 15 liegen eine Färberei und eine Brauerei, vor 16 Wasch- und Badeanstalten, sowie eine Lohgerberei, vor 17 die ehemals Mörbitz'sche Tuchfabrik und Kunstmühle, eine Walke; die kleinen Häuser von Seidau treten dicht an den Fluſs heran, vor 18 endlich befindet sich ein weiterer Theil von Seidau, eine Papierfabrik, die städtische Gasanstalt, sowie auch ein Kupferwerk. Die beiden letzten Schöpfstellen 19 (Nimschütz) und 20 (Klix) sind gewählt, um über die Selbstentmischung bezieh. Selbstreinigung des Spreewassers einigen Aufschluſs zu erhalten. Zwischen Bautzen und Nimschütz befinden sich an der Spree nur Mahlmühlen, eine Pulvermühle, dann die kleinen Dörfer Oehna und Malsitz, zwischen Nimschütz und Klix keinerlei gewerbliche Anlagen. Wie aus Vorstehendem erhellt, hat der Spreefluſs reichlich Gelegenheit, sich mit häuslichen und industriellen Abfallstoffen zu beladen. Um einen Einblick zu erhalten, ob durch einzelne gewerbliche Anlagen dem Flusse erhebliche Verunreinigungen zugeführt werden, sind die Schöpfstellen, wo angängig, so gewählt, daſs sie die betreffende Anlage einschlieſsen, so die Wünsche'sche Fabrik in Ebersbach, Bleicherei bei Neusalza, so die Spinnerei in Heinitz, die Papierfabriken in Obergurig (11), Schlungwitz (12) und Doberschau (13). Bemerkt soll noch werden, daſs, da die Spree vielfach von Wehren durchkreuzt und zum Zwecke der Wassernutzung in Kunstgräben abgeleitet ist, die Proben an solchen Stellen entnommen sind, wo die gesammte Wassermenge des Flusses in einem Bette dahinflieſst.

Bestimmt sind in jeder Wasserprobe die suspendirten Stoffe und ihr unverbrennlicher Antheil, der Gesammtrückstand, dessen Glühverlust, die organische Substanz durch Ermittelung des Verbrauchs von über-mangansaurem Kali, das Chlor, das Ammoniak und die Schwefelsäure, in den meisten die Salpetersäure, der Kalk, in einigen die Alkalien. Der Glühverlust ist ermittelt durch schwaches Glühen des Gesammtrückstandes, nachheriges Befeuchten mit kohlensaurem Ammoniak und wiederholtem Glühen bis zu constantem Gewicht. Zur Ermittelung der organischen Substanz mittels übermangansauren Kalis ist nach Fresenius (Quant. Analyse, Bd. 2 S. 169) verfahren. Die Salpetersäure ist nach der