Text-Bild-Ansicht Band 273

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daſs die Bemühungen in dieser Hinsicht fortgesetzt werden, erscheint gewiſs wünschenswerth. Es ist eine unerfüllbare Forderung, zu verlangen, daſs Wasser, welches industriellen Zwecken gedient hat, in demselben Zustande dem Fluſslaufe zurückgegeben werde, wie es entnommen wurde. Was aber erreichbar, sollte erstrebt werden. Das liegt nicht nur im Interesse der öffentlichen Gesundheitspflege, sondern auch in dem der Industrie und des Gewerbes selbst. Es wurde nur in der Wünsche'schen Fabrik in Ebersbach über das zu stark verunreinigte Wasser geklagt; auch stellen sich im Hochsommer in den Papierfabriken, welche auf fertige Papiere arbeiten, Schwierigkeiten im Betriebe bei kleinem Wasserstande ein und es läſst sich recht wohl denken, daſs die Schwierigkeiten durch das in der Fabrikation benutzte Wasser hervorgerufen werden, welches, durch hohe Temperaturen in seiner Aufnahmefähigkeit für allerhand Stoffe gesteigert, solche dann in gröſseren Mengen mit sich führt als gewöhnlich. Mit der Entwickelung der Industrie ist naturgemäſs der Fischreichthum der Spree qualitativ und quantitativ zurückgegangen, besonders sind die feineren Fischarten Forelle und Barbe (Salmo fario und Barbus fluviatilis) vollständig verschwunden. Mit hoch entwickelter Industrie verträgt sich eine ausgiebige Fischzucht ebenso wenig, wie ein starker Hoch- und Schwarzwildstand mit intensiver Landwirthschaft. Eine längst anerkannte Thatsache und geradezu incommensurabel ist die Zahl der Menschen, welche je gleichzeitig von dem Erträgniſs der Fischerei in der Spree in der Oberlausitz gelebt haben können, mit der, welche gegenwärtig aus der Industrie ihren Lebensunterhalt zieht. Und doch sollte auch im Interesse der Fischzucht die möglichste Reinhaltung des Spreewassers angestrebt werden, denn dies Gewerbe ist von hoher Bedeutung für die Niederlausitz, deren groſse, zahlreiche Teiche vielfach von der Spree aus gespeist werden. Wie wenig geeignet das Spreewasser in seiner jetzigen Zusammensetzung für die Fischzucht ist, mag aus folgenden Zahlen erhellen: Bei Strichüberwinterung (Karpfen) rechnet man einen regelmäſsigen Verlust von 15 bis 30 Proc., in einem Quellwasserteiche des Rittergutes Caupa betrug der Verlust der Ueberwinterung 1887 bis 1888 15,2 Proc., in einem Spreewasserteiche desselben Gutes 94,68 Proc.

[Kleinere Mittheilungen.]

Selbstrichtende Schleifsteine.

Zwei mit den Rückenflächen sich berührende und nach entgegengesetztem Sinne umlaufende Schleifsteine sind in einem Troge derart gelagert, daſs bei jeder Umdrehung der eine der beiden Steine eine hin und her gehende achsiale Bewegung gegen den anderen, festgelagerten erhält, welche durch Andruck einer Kammscheibe zu dem Zwecke hervorgebracht wird, die Steine während des regelrechten Betriebes sich selbst abrichten zu lassen. (Portefeuille économique. des Machines, 1888 Bd. 13 * S. 75, nach American Machinist.)