Text-Bild-Ansicht Band 272

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Die Skjäkerdaler Analysen ergeben CO2 : CO im Mittel = 1,68; die wahrscheinliche Durchschnittszahl ist 1,50.

In den beim Suluschmelzen mit Koks in Röros genommenen Gasen ist CO2 : CO im Mittel = 1,15, in den vom Rohkupferschmelzen mit Koks 1,17, wahrscheinlicher Durchschnitt 1,25.

Kochhütte im Mansfeldschen gibt bei kaltem Winde als Mittel von CO2 : CO = 0,8 bis 1,0 = 0,9.

Weshalb, abgesehen von den Resultaten beim Koksbetriebe zu Röros, wo weder Oefen noch Formen dafür berechnet waren, das Verhältniſs CO2 : CO eine gleichmäſsig fallende Reihe bildet, erklärt sich leicht; der Kupolofen arbeitet mit verhältniſsmäſsig sehr leichtflüssiger Beschickung, dem Roheisen, die Temperatur in seinem Gestelle ist eine niedrige. Auch beim Bleischmelzen handelt es sich um eine leidlich leichtschmelzige Beschickung, doch nicht im gleichen Grade wie beim Kupolofen. In Skjäkerdal, im Suluofen, wird mit schwerschmelziger Schlacke gehüttet; sie erheischt eine höhere Temperatur im Gestelle. Noch schwerer schmilzt die Schlacke zu Kochhütte, und im Kokshochofen, in dessen Gestelle das Verhältniſs CO2 : CO = 0,0 ist, wendet man eine viel höhere Temperatur an als in allen vorher erwähnten Fällen.

Es ist jedoch klar, daſs das Durchschnittsverhältniſs CO2 : CO nicht ausschlieſslich von der Schmelzbarkeit der Beschickung oder der im Gestelle herrschenden Temperatur abhängt, sondern daſs darauf noch verschiedene andere Factoren, wie Windpressung, Gichtenwechsel, Aschengehalt des Brennmaterials, das Verhältniſs zwischen Brennmaterial und Beschickung, gröſsere oder geringere Porosität des Koks u.s.w., einwirken und sogar eine ganz bedeutende Rolle dabei spielen können.

Die ständigen Wechsel in der Gaszusammensetzung bei ein und demselben Ofen und Prozesse entspringen wahrscheinlich zumeist daraus, daſs die neu erzeugten Verbrennungsgase auf ihrem Wege durch den unteren Theil des Ofens zufällig auf viel Koks stieſsen, während sie ein anderes Mal dabei verhältniſsmäſsig nur wenig Kohle antrafen; eine einzelne Gasanalyse kann also nicht maſsgebend sein, man muſs vielmehr eine ganze Reihe zur Verfügung haben, soll der Durchschnittswerth von CO2 : CO mit genügender Sicherheit festgestellt werden.

In den vorliegenden Fällen hing die Temperatur im unteren Theile der Oefen von nachstehenden Bedingungen ab: Blei, Rohkupfer und die verschiedenen Steinsorten sind leichtschmelziger als die sie begleitenden Silicatschlacken; letztere fallen hier besonders ins Gewicht.

Bei den Freiberger Prozessen sind die Schlacken nahezu Singulosilicate und ziemlich leichtschmelzig; FeO, die wichtigste Base, ist darin mit 40 bis 45 Proc. vertreten; Zn, zum Belaufe von etwa 10 Proc., macht sie wieder etwas schwerer schmelzbar, Al2O3 und CaO u.s.w.; nach Schertel liegt ihre Schmelztemperatur bei 1030°, die Temperatur im Gestelle muſs sich deshalb zwischen 1200 und 1400° halten.

Die Suluschlacke von Skjäkerdal ist ein Bisilicat mit FeO und CaO als Hauptbasen, MgO und Al2O3, sie ist erheblich schwerer schmelzbar als die vorige, nebenbei sehr zähflüssig; sie erfordert deshalb eine höhere Hitze im unteren Theile des Ofens als jene.

Geringer Eisenoxydulgehalt und groſser Gehalt an Thonerde machen die Schlacke zu Kochhütte schwerschmelzig, sie ist etwa ein 1,5 bis 1,6 Silicat mit etwa 15 Proc. Thonerde, 20 Proc. Kalk und 8 bis 10 Proc. Eisenoxydul; die Ofentemperatur muſs höher sein als in allen bisher behandelten Fällen.

Die Schlacken vom Sulu- und Rohkupferschmelzen mit Koks zu Röros sind sehr leichtschmelzig und bestehen aus FeO-Singulosilicat mit Al2O3, MgO u.s.w. Bei diesen Betrieben müſste, auf Koksbetrieb zugeschnittene Ofen- und Betriebsverhältnisse vorausgesetzt, CO2 : CO = 2,0 bis 2,5 betragen; diese Voraussetzung traf zur Zeit der Gasabnahme nicht zu, und deshalb ergaben die Gasanalysen Durchschnittswerthe von 1,15 und 1,25, welche demzufolge nur bedingten Werth besitzen.

(Schluſs folgt.)