Text-Bild-Ansicht Band 3

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gehörig umgrabe und dünge. Ich theile sodann dasselbe in vier Fuß weite Beete, auf deren jedem ich der ganzen Länge nach drei Linien ziehe, und mit dem Ende des Rechenstieles an der Oberfläche Zeichen, nicht aber Locher (drills) mache. Auf diese Zeichen seze ich die Zwiebeln zehn Zoll weit von einander, bedecke sie hierauf mit Lauberde, verfaultem Dünger, oder irgend einer anderen leichten Dungmischung (Compost) so, daß nur die Krone derselben unbedeckt bleibt. Bis sie nicht anfangen an der Spize zu treiben, darf nichts Weiteres mit ihnen vorgenommen werden; dann aber werden sie, wie Kartoffeln, an einem trocknen Tage gehäufelt, und, bis man sie endlich auszieht, stets vom Unkraute rein gehalten. Im Westlande von England, wo diese Zwiebel stark gebaut wird, ist es, wie ich höre, Sitte, dieselbe am kürzesten Tage zu sezen, und am längsten auszuziehen57). Auch die kleinsten Zwiebeln schwellen, wenn man sie pflanzt, und werden sehr schön und groß, und geben auch Brut; die mittleren und größeren Zwiebeln bringen aber große Haufen58). Man nannte diese Zwiebel die ägyptische (egyptian Onion), unter der Voraussezung, daß sie, als unsere Armee in Aegypten

57)

Man kann hieraus die Milde des Klima's in England beurtheilen, und mag sich hiernach vor dem Schaden unbedingter Nachahmung englischer Landwirthschaft hüten. A. d. Uebers.

58)

Hr. Georg Dymond, von Exeter, korresp. Mitglied der Gartenbau-Gesellschaft, hat uns über diese Zwiebel Folgendes mitgetheilt. Man kennt sie in Devonshire seit ungefähr zwanzig Jahren; früher scheint sie in dieser Grafschaft nicht bekannt gewesen zu seyn. Man pflanzt die Zwiebeln gewöhnlich in zwölf Zoll weit von einander entfernten Reihen sechs Zoll weit in der Reihe von einander, und häufelt sie mit der Haue während sie wachsen. Die kleineren dienen besser zum Anpflanzen als die größeren, indem sie mehr zunehmen. Man hat bemerkt, daß diese Zwiebeln sich nicht wohl länger als bis Ende Hornungs aufbewahren lassen. A. d. Uebers.