Text-Bild-Ansicht Band 3

Bild:
<< vorherige Seite

65).

In einigen Gegenden des nördlichen Englands pflegt man in Gasthäusern Münzen-Salat in einem großen Gefäße von Holz mittelst einer 12 bis 14 Pfund schweren bleiernen Kugel zu zerreiben und zu bearbeiten; die Pflanze wird zerrissen, und nicht unbedeutende Bleitheilchen lösen sich mit jeder Umwälzung ab. Auch Braukessel finden sich daselbst, deren Boden von Kupfer und die ganzen Seiten von Blei sind. Das Backen von Frucht-Torten in rahmfarbigen Erdengeschirre, das Einsalzen in bleiernen Gefäßen ist gleich verwerflich. Alle Arten von Speisen mit freien vegetabilischen Sauren oder Salz-Präparaten greifen glasirte Geschirre an, und zur Glasur kommt immer auch Blei als Bestandtheil. Die Blei-Schichten der Pressen zum Quetschen der Frucht beim Cyderbereiten haben schon unsägliches Unheil gestiftet. Diese Folgen treten nicht ein, wenn Blei mit Zinn verbunden wird; dieses Metall widersteht der Oxydation und hindert die Bleiauflösung66)

65)

Steingut-Geschirr mit Recht empfehlen können. Da diese Geschirre sehr dichte sind, so werden sie von der Milch nicht durchdrungen und so die Säurebildung verhindert. Die Zersezung der Milch geht in solchen Gefäßen langsam und regelmäsig vor sich, wodurch mehr Rahm, folglich auch mehr Butter erhalten wird. D.

66)

Man sagt zwar, und der Hr. Verfasser tritt, wie wir unten sehen werden, selbst dieser Meinung bei, daß Blei mit Zinn verbunden nicht von Säuren angegriffen wird. Allein es lassen sich gegen diese von Hrn. Proust aufgestellte und von vielen verdienten Männern vertheidigte Behauptung67)

67)

Ap. Gummi in Culmbach und Prof. Fischer in Breslau haben Prousts Angaben vollkommen bestättiget gefunden. Auch hat