Text-Bild-Ansicht Band 3

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Die Stärke der Winde nach ihren Graden zu erfahren, dien; ein anderes Instrument, Anemometer oder Windmesser genanntt man findet verschiedene Arten desselben beschrieben in Landriani's Anemometrograchie im Gothaischen Magazin XI. 3 St. 106. S. – Wilkens Anemobarometer – in den neuen schwedischen Abhandlungen. III. 85. Reinh. Woltmann's Theorie und Gebrauch des hydrometrischen Flügels. Hamburg 1790. – D. S. T. Gehlers physikalisches Wörterbuch IV. B. S. 757–769 und 773–781. V. B. S. 1016–1122. H. Oertels Ideen zur Einrichtung eines Windmessers in H. Lichtenbergs Magazin VI B. 1. St. S. 89. und 3 St. S. 84 etc. Da ich selbst keinen Windmesser besize, so pflege ich die Stärke der Winde nach der, von der ehemals Kurfürstlich-Baierischen meteorologischen Gesellschaft in Mannheim angenommenen Bestimmung des Hr. Professor Celsius nach folgenden Graden anzugeben: I. Grad, wenn der Wind die Blätter der Bäume; II. Grad, wenn er die kleinen Aeste; III. Grad, wenn er die größern Aeste bewegt, und IV. Grad, wenn er als heftiger Sturm Aeste abbricht und Bäume entwurzelt.

Diese vier Grade können auch den Raum anzeigen, welchen der Wind in einer Zeitsekunde durchlauft, und zwar der l. Grad einen Raum von 10 Fuß mit Bewegung der Blätter an den Bäumen, der II. Grad einen Raum von 20 bis 24 Fuß, der III. einen Raum von 30 bis 40 Fuß, und den IV. bey einem Sturm einen Raum von 50 bis 60 Fuß, wobey auf jeden Quadratfuß Raum eine Kraftäußerung von mehr als 5 1/2 Pfund Stärke kommt.

Witterung.

Um sowohl mich nach mehreren Meteorologen bey den Angaben der Witterung zu richten, als auch die Zeichensprache, deren sich ehemals die berühmte meteorologische Gesellschaft zu Mannheim in sechs Abstufungen bediente, zu vermeiden, wählte ich acht, leicht verständliche und der Mannigfaltigkeit der atmosphärischen Veränderung angemessene Abstufungen. Sie heißen: heiter 1 und 2, schön 1 und 2, vermischt 1 und 2, und trüb 1 und 2.

Heiter 2. Wenn der Himmel vollkommen rein, blau, und allenthalben wolkenlos ist.

Heiter 1. Wenn der Himmel zwar rein, doch etwas dünstig ist, und sich das Blaue mehr in eine weißliche Farbe verliert.

Schön 2. Bey sehr wenigen dünnen Wölkchen, die nur da und dort sich zeigen, ohne den freyen Anblick der Sonne bey Tag, und der Gestirne bey Nacht zu hindern.

Schön 1. Bey mehr blauen als wolkichtem Himmel; an welchem nur einige Stellen; mit Wolken bedeckt sind, wodurch der freye Anblick der Sonne bey Tag, und der Gestirne bey Nacht nur selten unterbrochen wird.

Vermischt 2. Wenn der Himmel ungefähr zur Hälfte klar oder blau, und zur Hälfte wolkicht oder grau erscheint, folglich an der Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit der Gestirne oft wechselt.

Vermischt 1. Wenn der Himmel größtentheils trübe ist, mit Ausnahme einiger blauen Stellen, weßwegen Sonne, Mond und Sterne nur selten sichtbar, oder nur durch vorüberziehende, dünne Wolken bemerkbar sind.

Trüb 2. Wenn der Himmel so durchaus von dünnen Wolken bedeckt wird, daß gar kein Erscheinen der Gestirne statt findet.

Trüb 1. Wenn der ganze Himmel in schwarzgraue dichte Wollen eingehüllt ist.