Text-Bild-Ansicht Band 9

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sie waren beinahe kalt, als die Ananasse herausgenommen wurden. In eine dieser Gruben streute er über die ganze Oberfläche der alten Lohe eine Menge Spargel-Wurzeln aus, die er wieder sechs Zoll hoch mit Lohe bedekte, und legte überall an der Seite umher heißen Dünger, den er von Zeit zu Zeit erneute, und wodurch er einen hinreichenden Grad von Warme unterhielt. Dieß geschah in der Mitte Dezembers, und fünf Wochen später stand der Spargel zum Schneiden reif da. Sobald die Triebe zum Vorscheine kamen, nahm er den ganzen Tag Ueber die Gläser ab, gab so viele reine Luft als möglich, und ertheile dadurch seinen Spargeln, die beinahe so dik waren, als wenn sie zu guter Jahreszeit in freiem Grunde gestanden wären, eine gute natürliche Farbe.

Ich bemerkt dem Hrn. Roß, daß ich glaubte, es wäre noch besser wenn die Wurzeln in Erde statt in Lohe standen wären; er gab mir zwar Recht, gestand aber, daß er dessen ungeachtet die Unterlage von 18 Zoll Lohe beibehalten werde, in dem, wie er Ueberzeugt sey, diese der Wärme weit mehr Zugang gestattet; daß er aber auf jeden Fall ein Lohbeet, dem kalten Dungerbeete des Hrn. Hogg vorzieht, in dem Lezteres, wo es längere Zeit gelegen ist, zu dicht wird, als daß die Hize dasselbe durchbringen könnte.

Um des Erfolges jedoch sicher zu seyn, muß man gute Spargelwurzeln im Vorrath haben: die gewöhnliche Methode, sie aus alten erschöpften Gartenbeeten zu nehmen, ist schlecht. Nenn sie im Garten nichts ehr taugen, taugen sie noch weniger zum Treiben. Junge vierjährige aus Samen gezogene Wurzeln sind weit besser; sie sind zwar kostbar, wenn sie alle Jahre gekauft werden sollen; allem, wo an Raum genug im Garten hat, kann man leicht alle Jahre Spargel säen, und sich dadurch den Nachwuchs sichern. (Aus den Transactions of the London Horticultural Society in dem Repository of Arts, Manufactures et Agriculture. April 1822. Ar, 239. S. 305.)

Wie man Knospen von Obstbäumen im lebenden Zustande in weite Entfernungen senden kann.

Der Hr. Präsident Th. Andr. Knight, theilte in den Transactions of the London Horticultural Society, (abgedrukt in dem Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. Oktober 1822. S. 290) folgendes von Hrn. Karl Monck, und ihm erprobte Verfahren mit. „Man schneidet die Blattstiele der Knospen sehr kurz ab, und wikelt dann den jungen Zweig in ein doppelt zusammengelegtes Kohlblatt, das man an je dem Ende zusammen bindet, und in einen Brief legt. Es ist besser, die untere Seite des Kohlblattes einwärts zu lehren, da der junge Zweig hiedurch (die untere Fläche ist die Ausdünstungs-Fläche des Blattes) die nöthige Feuchtigkeit erhält, welche durch die obere, beinahe undurchdringliche, Fläche des Blattes zurükgehalten wird. Gewöhnlich erhielt ich die Knospen von Hrn. Monck zu Belsay-Castleerst in 5–6 Tagen, wo der Blattstiel schon öfters von der Knospe losging, und die Rinde nicht mehr leicht von dem Holze abgezogen werden konnte. Man ließ dieses daher daran, schnitt es aber so dünn als möglich zu, vorzüglich denjenigen Theil, der sich über der Knospe befand; und, da der Abgang des Blattstieles die gewöhnliche Methode der Befestigung der Knospe unmöglich machte, so mußte dich an dem über ihr befindlichen Aste oder Theile desselben so lang bleiben, bis die Knospe in ihre gehörige Lage gebracht war. Hierauf wurde sie mit einem sehr scharfen Messer davon getrennt, und die Knospe schlug beinahe immer eben so glüklich an, als wenn sie frisch vom Baume gekommen wäre.“