Text-Bild-Ansicht Band 10

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LXXXII. Ueber Bereitung künstlicher Steine zur Einfassung von Kaminen etc. von Hn. Karl Wilson192) .

Aus dem XXX. B. der Transactions of the Society of Arts etc. In Gill's technical Repository T. II. N. 6. S. 400.

Hr. Wilson erhielt für diese Erfindung 25 Guineen.

Man nimmt zwei Bushels scharfen Triebsand und ein Bushel gelöschten und gesiebten Kalk, mengt beide mit so wenig Wasser als möglich, und schlägt sie drei bis vier Tage nach einander jeden Morgen eine halbe Stunde lang tüchtig durch, ohne sie jedoch, nach der ersten Mischung, jemals wieder zu befeuchten.

Zu zwei Gallonen Wasser in einem eigenen Gefässe gießt man eine Pinte193) erwärmter einfacher Stärke (single size), und löst hierauf ein Viertelpfund gepulverten Alaun in warmen Wasser auf, und mischt diese Auflösung mit obiger Flüssigkeit.

Man nimmt nun ungefähr eine Schaufel voll der ersteren Mischung, macht ein Loch in die Mitte derselben, gießt 3/4 Pinte der Mischung von Alaun und Stärke in dasselbe, und sezt 3–4 ℔ rohen Gips (course plaister of Paris) zu; schlägt alles gut durcheinander und mischt es so, daß es etwas steif wird. Die hiedurch erhaltene Mischung gibt man in die hölzernen Model, nach welchen die Steine geformt werden sollen,

192)

Wir haben in unseren Bergen und Alpen in Ober-Baiern die schönsten Marmor- und Gipsbrüche, benüzen aber dieselben nicht so thätig, wie unsere Nachbarn und ehemaligen Mitbürger, die Salzburger, die mit denselben, man darf beinahe sagen, einen Welthandel treiben. Die künstlichen Steine des Hrn. Wilson lassen sich nicht bloß zu Einfassungen an Kaminen, die bei uns nicht Sitte sind, sondern auch zu Thür- und Fenstergesimsen, Pilastern etc. verarbeiten.

193)

Ein Bushel ist 0,5734 Wiener-Mezen. Ein Gallon (Biermaß) 3,264 Wiener-Maß, und eine solche Pinte = 0, 407 Wiener-Maß.