Text-Bild-Ansicht Band 13

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Ueber Hrn. Guilbaud's Roßboth.

Wir haben über dieses Both aus dem Juliushefte 1822 des Bulletin de la Sociéte d'Encouragement im polytechn. Journal Bd. X. S. 125 Bericht erstattet. Im Juliushefte l. I. derselben Gesellschaft findet sich S. 183 eine neuere Nachricht über dasselbe, aus welcher erhellt, daß Hr. P. A. Guilbaud einen Versuch machte, mit seinem Bothe von Nantes auf der Loire durch die Canäle von Orleans und Loing nach Paris zu fahren, wo er in 34 Tagen (vom 22. Jun. bis 25. Jul.) glüklich an kam. Bei den zu Paris angestellten Versuchen zeigte es sich, daß er mit seinem Bothe in 40 Minuten 4000 Metres stromabwärts, und in Eine stunde und 2 Minuten dieselbe Streke stromaufwärts fährt. Wo es sich daher nicht um große Schnelligkeit handelt, und man nicht den Aufwand für Dampfmaschinen etc. machen kann, ist Hrn. Guilbaud's schiefe Flache immer eine schäzbare Verbesserung im Mechanismus der Schifffahrt.

Ueber Bothe und Schiffe aus Eisen

findet sich ein, in Hinsicht auf Geschichte der Erfindungen46) sehr interessanter Aufsaz des Hrn. de Montgery, Ober-Offiziers der Marine etc. im Mercure polytechnique, Octobre 1823. S. 41., welcher zugleich eine Beschreibung der beiden eisernen Fahrzeuge, (des Manby und des Commerce de Paris) die jezt zwischen Paris und Havre hin und her fahren, beigefügt ist. Diese beiden Fahrzeuge wurden zu Birmingham (der Aron Manby für 75,000, und Commerce de Paris für 110,000 Francs) verfertigt, und Hr. de Montgery fügt eine Kritik derselben bei, die den Kenner verräth. Wir würden diesen Aufsaz sehr gern in einer Uebersezung mittheilen, wenn eine Zeichnung den Text erläuterte, ohne welche derselbe indessen, selbst für den praktischen Schiffbaumeister, unbrauchbar ist. Da die Commission, die über diese eisernen Fahrzeuge zu urtheilen hatte, den Versuch mit einer eisernen Corvette gemacht zu sehen wünscht, so werden wir hoffentlich bald mehr von eisernen Fahrzeugen hören, und vielleicht wird noch einst, wenn das gegenwärtige papierene Zeitalter verweset seyn wird, der Grundsaz erwahrt, daß, was von Eisen seyn kann, nicht von Holz seyn darf. Dann werden auch die jezt stillstehenden Eisenwerke in Steuermark, Kärnthen und in dem übrigen südlichen Deutschland wieder in jenen Umtrieb kommen, den sie so sehr verdienen.

Dumbell's Conculcator, oder neue Verbesserungen an Wägen etc.

Hr. Dumbell, Kaufmann in Howley-House, Warrington, Lancastershire, ließ sich am 16. December 1822 ein Patent auf die Idee geben (denn man patentisirt in England auch Ideen für baar Geld) aus einem Wagen eine Assel oder einen Tausendfuß zu machen. So wie man von den Fischen Rudern und Schiffe bauen lernte, so sollte man, meint er, auch von den Insekten sich und seine Lasten fortschaffen lernen. Er bringt an seinen Wagen, je nachdem der Weg ist, bald gespaltene, bald Schwimmfüsse, zuweilen auch Stelzfüße an, und läßt mit diesen Füßen wohl auch, wie es die Jungen thun, zuweilen ein Rad schlagen. Man vergleiche über dieses sonderbare

46)

Nach dem Hrn. Verfasser war Mersenne in seinem Werke Cogitata physico-mathematica. Paris 1644. der erste, der die Idee eines Schiffes aus Eisen hatte. Sonderbar scheint es uns, daß dem Hrn. Verfasser die Epoche der ersten Einführung der kupfernen Pontons entging, der ersten ganz metallenen Fahrzeuge. A. d. Ueb.