Text-Bild-Ansicht Band 13

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und Berard ist. – Hr. Robert bemerkt, daß es hier nicht, wie Hr. Herpin behauptet, mit etwas Pumpen von Zeit zu Zeit,“ gethan ist, sondern daß man, in die Flüssigkeit, welche immer bei dem Hahne, 37, ausläuft, immer einen eigenen Arbeiter, der da pumpte, halten müsse; ein Nachtheil, der sich durch einen Behälter über der Kufe E hätte vermeiden lassen. Er zeigte ferner, daß man durch das Schließen des Hahnes P, der Röhre B, keinen leeren, sondern vielmehr einen vollen Raum erzeugte, daß man durch Anwendung eines Ventilators an dem Ende der Röhre, P, die Destillation nicht beschleunigen kann; denn kalte Luft wird die Dämpfe verdichten, und woher warme Luft kommen soll, läßt sich nicht absehen; und eben so wenig kann Hr. Robert begreifen, wie durch Auffangen der Dämpfe, die durch die Sicherheitsklappe B, entweichen, und durch Leitung derselben nach dem unteren Theil der Röhre, B, oder, P, und in dem Kessel die Destillation befördert werden soll, indem hier Wasserdämpfe zu einer Flüssigkeit geleitet werden, die ohnedieß schon zu viel Wasser enthält.

„Man wird uns also fragen,“ sagt die Redaction des Mercure technologique; „warum wir diesen Apparat, wenn er so viele Fehler hat, mittheilen? Wir wiederholen es, daß wir der Meinung sind, daß nicht bloß eine fehlerhafte, sondern zuweilen selbst eine schlechte Maschine dadurch nüzlich werden kann, daß sie erstens, anderen ähnliche Fehler vermeiden lehrt; zweitens, auf Ideen leitet, die man ohne diese, an sich schlechte Maschine vielleicht nie gehabt haben würde, und die man nur verbessern darf, um sie wahrhaft nüzlich zu machen. Besäße man ein Werk, das alle Maschinen, gute wie schlechte, abgebildet und beschrieben enthielte; es müßte eine wahre Fundgrube für geistreiche Mechaniker werden.“ Aus dem Mercure technologique December 1823. S. 258. Im Auszuge).

Bemerkungen über ein Phänomen bei Erzeugung des Runkelrübenzukers, von Herrn. F. H. Descroizilles.

Man lies't in mehreren neueren Schriften über Runkelrübenzuker-Erzeugung, daß gegen das Ende der Abdampfung der Syrupe sich salpeteriges Gas aus denselben entwikelt. Sagen, daß dieses davon herrührt, daß die in frisch gedünktem Boden gezogenen Runkelrüben Salpeter enthalten, heißt, dieses Phänomen auf eine sehr unvollkommene Weise erklären. Man gebe, was immer für ein salpeterig-saueres Salz in die heiße Auflösung eines Zukerhältigen Extractes, und man wird dadurch nie salpeteriges Gas erhalten.

Vielleicht erklärt sich dieses Phänomen auf folgende Weise: Man wendet in mehreren Runkelrübenzuker-Fabriken lebendigen Kalk an, und hierauf Schwefelsäure; wahrscheinlich um den Kalk zu sättigen, nachdem er die verlangte Wirkung hervorgebracht hat. Wenn nun zufälliger Weise mehr Säure hinzukommt, als zur Sättigung des Kalkes nöthig ist, so ist es offenbar, daß diese freie Säure jede salpetersaure Verbindung in dem Syrup, vorzüglich aber salpetersauern Kalk zersezet, und daraus sich salpeteriges Gas entwikeln muß.

Daß hierdurch viel Zuker, den man aus dem Syrup erwartet, der Eigenschaften des salpeterigen Gases wegen, das so sehr auf denselben wirkt, zerstört werden muß, ist offenbar, und wahrscheinlich ist dieß eine der Ursachen des Mißlingens der Operation in so vielen Runkelrübenzuker-Fabriken. Es wäre daher sehr zu wünschen, daß man auf diesen Umstand die gehörige Rüksicht nehme.

Als ich als Schüler des Herrn d'Hilaire-Marie Rouelle, vor 50 Jahren, meinem Lehrer Runkelrübenzuker nach der Methode des Preussen Margraff bereiten half, rief dieser aus: „Nicht um 100 Franken möchte ich 1 Pfund Runkelrübenzuker bereiten.“ Als ich im Jahre 1779 in meinen Vorlesungen zu Rouen dieselbe Operation vornahm, wiederholte ich auch die Worte meines Lehrers, und doch hat man es jezt in einigen Fabriken so weit gebracht, daß man den Runkelrübenzuker so wohlfeil, als den amerikanischen liefern