Text-Bild-Ansicht Band 13

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Tapioca aus Erdäpfeln.

Als ich vor einigen Jahren, sagt Hr. Gill im technical Repository December 1823, S. 397, einige Stärke aus Erdäpfeln, nach abgegossenem Wasser, schnell troknen wollte, und Hize unter dem Gefäße anbrachte, welches die Stärke enthielt, ward dieselbe augenbliklich zu einem durchsichtigen Schleime, und als ich diesen, um ihn heraus zu nehmen, umrührte, klümperte er sich in unregelmäßige Massen von verschiedener Größe und Form, welche, bei mäßiger Hize langsam getroknet, erhärteten, und eine Substanz bildeten, die der Tapioca in allen Eigenschaften, vorzüglich dem Geschmake nach, ähnlich war, und lang in Wasser und Milch gekocht werden mußte, um weich und genießbar zu werden. Sie war, mit einem Worte, der Tapioca so ähnlich, daß man sie nicht von derselben unterscheiden konnte.

Ueber Lerchenrinde, als Gärbematerial,

befindet sich ein langer Aufsaz im 31sten Bande der Transactions of the Société of the Encouragement of Arts, Manufactures and Commerce (und aus diesem in Hrn. Gill's technical Repository November 1823, S. 342), welcher einen Hrn. Thomas White, Esqu. of Woodlands, Durham, zum Verfasser hat, der von der Society die kleinere goldene Medaille zur Belohnung für denselben, und für die von ihm angestellten Versuche erhielt, welche, den hier beigefügten Zeugnissen von vielen angesehenen Lederarbeitern zu Folge, ganz vorzüglich ausgefallen sind. Hr. Esqu. White hält die Anwendung der Lerchenrinde bei dem Ledergärben für neu: in Deutschland haben Bautsch und Böhmer dieselbe, längst als Gärbematerial empfohlen. Vielleicht, daß die Vorschläge dieser Ehrenmänner jezt von ihren Landsleuten geehrt werden, weil sie über das Meer her in die harthörigen deutschen Ohren, gälten. Hr. White fand die Lerchenrinde wohlfeiler, und schneller wirkend, und für leichtes Leder, auch der Farbe wegen vorzüglicher als Eichenrinde. Der Anhang zu obiger Abhandlung des Squire White (in Gill's technical Repository, December 1823, S. 373 bis 383) enthält eine interessante Beschreibung der Art und Weise, nach welcher derselbe seine Lerchenbäume zieht, und welche wir der Aufmerksamkeit der deutschen Forstmänner empfehlen. Diese werden, nach sorgfältiger Prüfung, bestimmen, wieviel von dieser Methode bei unserem rauheren deutschen Klima anwendbar ist. Man vergleiche hiemit auch die Notiz: über die Kultur und Nüzlichkeit des Lerchenbaumes im 2ten Bande dieses Journals S. 251.

Ueber Befestigung des Pfropf-Reises auf dem Stamme.

Hr. Dav. Powell theilt im V. B. 3. Theil der Transactions of the London Horticultural Society folgendes Verfahren mit. Man bereitet Pfropf Wachs nach Miller's Vorschrift aus 1 Pf. Pech, 1 Pf. Harz, 1/2. Pf. Bienen-Wachs, 1/4 Pf. Schweinfett und 1/4 Pf. Terpenthin, schmilzt und mengt alles gehörig. Bei dem Gebrauche macht man es dadurch flüssig, daß man es in einem irdenen Gefäße über siedendes Wasser stellt, uns dann mit einem Pinsel auf dünnes braunes Papier gleichförmig uns gehörig dik aufstreicht. Das hiermit bestrichene Papier schneidet man, nach dem Erkalten, in ungefähr 3/4 Zoll breite Streifen. Ehe man den Streifen anlegt, wärmt man ihn mit dem Athem, und bindet ihn um Stamm und Reis: er wird so fest ankleben, daß er Luft und Feuchtigkeit vollkommen ausschließt. Mehr ist nicht nöthig. Wenn man gelegentlich bei den Reisern nachsieht, kann man das Papier mit der Hand ausdrüken, wenn es nicht fest genug anliegen sollte, nachdem es aber einige Tage über der Sonne ausgesezt war, klebt es so fest, daß alles weitere Nachsehen überflüsig ist. Hr. Powell band anfangs das Reis mit Bast, fand aber, daß meistens das Papier selbst schon stark genug ist, um das Reis an seiner Stelle zu halten. Durch dieses Verfahren