Text-Bild-Ansicht Band 17

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und zur Hälfte in einander eingelassen sind. Die vier Winkel sind mit Stücken, die in der Richtung der Halbmesser laufen, und so ausgeschnitten sind, daß ihr Korn dem Ende nach, nach dem Umfange der Peripherie hin, liegt, ausgefüllt, gut in einander gepaßt, gehörig verbunden und zusammengeleimt. Sie werden durch zwei kreisförmige Eisenplatten fest gehalten, wovon eine zu jeder Seite liegt, und mit jedem Holzstücke dieses Rades durch Schrauben verbunden ist. Durch diese Platten laufen viereckige Löcher zur Aufnahme der Achse, und, nachdem diese gehörig eingekeilt ist, kann das Polir-Rad an seinem Umfange und an seinen Seiten auf der Drehebank zugedreht werden. (Mechanic's Magaz. N. 81. S. 391.)

Verbesserung beim Eisen- und Stahl-Drahtzuge.

In einer angesehenen Drahtzieherei löschte man in dem Sauerwasser; in welchem man den Draht während des Zuges beizt, rothglühende Stücke Messing, wodurch etwas von dem im Messinge enthaltenen Kupfer in dieser Flüssigkeit aufgelöst, und auf den Eisendraht niedergeschlagen wurde. Man fand, daß dieser Draht leichter durch die Löcher sich ziehen ließ, und nicht so oft angelassen werden durfte, wahrscheinlich, weil dieser Kupferüberzug den Draht vor dem Aufwezen an der Ziehplatte schüzt und gleichsam schlüpfrig macht. Seit dieser Zeit bedient der Vorstand dieser Drahtzieherei sich immer einer schwachen Auflösung von Kupfervitriol bei dem Eisen- und Stahl-Drahtzuge. Bei dem lezten Anlassen geht der Kupferüberzug vollkommen weg. (Mechanic's Magaz. N. 81. S. 392.)

Verfertigung italiänischer Draht-Zieheisen.

Eine Eisenplatte wird in eine Art flachen Troges gebogen, und an den Kanten überall aufgebogen, dann mit Bruchstüken von Gußeisen gefüllt, bis zur Schweißhitze geglüht, und gehörig unter dem Hammer zusammengeschmiedet. Hierauf werden die Löcher von rükwärts durchgeschlagen, so daß die Vorderseite aus Gußeisen besteht. (Mechanic's Magaz. N. 81. S. 392.) Diese Notiz wird durch eine Mittheilung des Hrn. H. W. Reveley in Gill's techn. Repos., März, S. 160 bestätigt. Die berühmten Lyoner-Drahtzug-Eisen sind nichts anderes, als Becken von geschlagenem Eisen mit Gußeisen gefüllt, das mit jenem zusammengeschweißt wird. Dies soll auch der wilde Stahl der Italiäner, acciajo selvatico, seyn. Auch in Nord-England verstand man schon seit langer Zeit die Kunst, Gußeisen mit Hammereisen zusammen zu schweißen; Man bessert dort die Hufeisen mit Gußeisen aus, d.h., man schweißt Stollen aus Gußeisen auf Hufeisen auf, und stählt sie dann, wie Stahl, wo sie eben so lange dauern, und wohlfeiler zu stehen kommen.

Ueber das Schmieden des gehärteten Stahles aus weichem Eisen

bemerkt ein Hr. J. E. A. in Gill's technical Repository, Januar 1825 S. 43, daß er dieses sonderbare Phänomen sich auf folgende Weise erklärt: „Die Reibung ist am Stahle auf Einen Punkt beschränkt, während die Eisentheile, die mit demselben in Berührung kommen, beständig wechseln, und durch das Drehen in der Luft wieder abgekühlt werden.“

Roh- oder Guß-Eisen weich zu machen.

Man nimmt zwei Theile ungelöschten Kalk, und einen Theil Thonerde oder gewöhnlichen feinen Thon, und mischt beide mit etwas