Text-Bild-Ansicht Band 17

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einen mäßig warmen Ort und schüttelt ihn öfters, damit die Gummi-Arten sich auflösen. Man macht hierauf einen kleinen Wickel aus Tuch-Enden, gibt etwas von obiger Politur auf denselben, und umwikelt ihn mit einem Leinwand-Lappen, den man mit kalt gepreßtem Lein-Oehle etwas befeuchtet. Hierauf reibt man mit diesem Wickel das Holz im Kreise, so daß; man nur kleine Flächen desselben auf ein Mal damit überfährt, bis die Poren des Holzes gehörig gefüllt sind. Hierauf reibt man auf dieselbe Weise Weingeist mit etwas Wenigem von obiger Politur ein, und das Holz wird einen herrlichen Glanz bekommen. Wo vorher Wachs gebraucht wurde, muß dieses mit Glaspapier abgenommen werden. Wasser macht auf dieser Politur keine Flecken, und selbst leichte Kratzer dringen nicht tief ein. (Mechanic's Magaz. N. 81. S. 395.)

Ueber das sogenannte chinesische Reißpapier,

dessen man sich zum Zeichnen und zur Verfertigung künstlicher Blumen bedient, findet sich eine Notiz in den Annales of Philosophy, April 1825. S. 316, aus welcher erhellt, daß es ein Häurchen des Brotsrucht-Baumes (Artocarpus incisa) ist, und durch siedendes Oehl beinahe vollkommen durchsichtig gemacht werden kann.

Herrn Hoole's verbesserte Schleifmühle.

Bekanntlich wird der Schleifstein gewöhnlich von dem sogenannten langen Rade aus getrieben. Hr. Steph. Hoole, ehevor zu Sheffield, jezt einer der ersten Fabrikanten der Kupferstecher-Instrumente zu London, bringt zwischen dem langen Rade und dem Schleifsteine noch zwei andere Trommeln auf derselben Achse an. Sein langes Rad hat 6 Fuß im Durchmesser, und von diesem läuft ein Band auf eines der Zwischenräder oder Trommeln, welches 18 Zoll im Durchmesser hat, und von dem anderen Zwischenrade von 4 Fuß im Durchmesser läuft ein Band auf die Rolle an der Achse des Schleifsteins. Auf diese Weise beschleunigt er die Geschwindigkeit seiner Schleifsteine so sehr, als wenn sie von Wasser oder Dampf getrieben würden. Der Halbmesser der Kurbel für das lange Rad beträgt ungefähr 16 Zoll. Die Achse desselben, so wie die Achsen der Zwischenräder, haben kegelförmige Zapfen, die sich auf Lagern von Lignum sanctum drehen; er findet diese Vorrichtung weit besser, als die walzenförmigen Zapfen, und ein Arbeiter kann dieses ganze Räderwerk leicht in Umtrieb setzen. Um dem Rade die gehörige Schwungkraft zu ertheilen, ist es an seinem Umfange mit Gußeisen-Stücken von 75 Pf. belegt, welche gleichmäßig vertheilt sind. Auf die Zwischen-Achse kommt, wenn die Schleifsteine langsamer laufen sollen, eine Rolle von 10 Zoll im Durchmesser. (Mechanic's Magaz. N. 81. S. 391).

Herrn Hoole's verbessertes Polir-Rad.

Die Londoner Messerschmide haben fast allgemein Polir-Räder aus zwei Dicken starker Mahagony-Bretter, die zusammengeleimt werden. Sie gehen aber gewöhnlich bald aus der Rundung wegen des verschiedenen Kornes des Holzes der Länge und dem Ende nach. Die besten Polir-Räder sind jene aus Erlenholz, dessen Stücke so zusammengefügt werden, daß das Korn derselben auf dem Umfange dem Ende nach zu liegen kommt. Hr. Hoole hat ein solches Rad, welches sein seliger Vater verfertigte, und das noch jezt nach 50 Jahren vollkommen gut und brauchbar ist. Es besteht aus zwei Stüken Erlenholz, die sich in ihrem Mittelpunkte unter rechten Winkeln durchkreuzen,