Text-Bild-Ansicht Band 19

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Nachdem die Klinge auf diese Weise in die Furche des Rükens eingepaßt wurde, wird die Schraube so lang gedreht, bis die beiden Blätter des Rükens zusammengezogen werden, und die Klinge unbeweglich befestigen. Zur Abnahme des Rükens wird die Schraube in entgegengesezter Richtung gedreht.43)

Streichriemen des Hrn. Cheneaux.

Hr. Cheneaux zu Paris nahm am 12. Jul. 1816 ein Brevet d'Invention für 5 Jahre auf folgenden Streichriemen für Barbiermesser. Man nimmt zur Verfertigung desselben gemeines Leder, läßt es im Wasser weichen, und reibt es dann mit einer Masse aus Gußstahlspänen, die man in Scheidewasser auflöst, in einem Tiegel roth glüht, und dann fein pülvert. Diese magere rothe Composition ohne alles Fett gibt dem Messer eine feinere Schneide als der beste Stein.44)

Ueber künstliche Perlenbildung in China.

Hr. Gray, dessen Aufsatz über künstliche Perlen-Bildung wir im polytechn. Journal B. XVI. S. 360 mittheilten, bemerkt im Novemberhefte der Annals of Philosophy, 1825, S. 389, daß er in der Sammlung des Collegiums der Wundärzte einige Perlen in der Barbula plicata aus China gefunden hat, die mittelst eines Stück Silberdrahtes, der zwischen dem Mantel und die Muschel eingebracht, und unter rechten Winkeln gebogen war, gebildet wurden. Die Perlen waren sehr schön.

Neuer vegetabilischer Talg.

Man hat neulich nach London einen vegetabilischen Talg gebracht, den man Pincy-Talg (Pincy-Tallou, Suif-Pincy) nennt, und der aus den Samen der Valeriana indica gekocht wird, die in Canara häufig wächst. Das Pfund dieses Talges kostet zu Mangalore 2 1/2 Penny (7 1/2 Kr.). Man bedient sich desselben als Salbe, und zum Kalfatern der Schiffe. Dieser Talg ist gelblich weiß, fühlt sich etwas fett an, und nähert sich dem Wachs. Seine specifische Schwere bey 60° F. ist 9,260; auf dem Schmelzpunkte (97 1/2° F.) aber 8,965. Man kann aus demselben allein, so wie in Verbindung mit Wachs, Talg, und Spermaceti Kerzen gießen, die sehr hell brennen, und durchaus keinen üblen Geruch geben, selbst wenn man sie ausbläst. Während eine Wachskerze bey dem Verbrennen 136, eine Talgkerze 104,5 verliert, verliert eine Kerze aus Pincy-Talg nur 100. Nach Dr. Babington's Analyse besteht dieser Talg aus 10 Th. Kohlenstoff, 9 Th. Wasserstoff, 1 Th. Sauerstoff. (Asiat. Journ. Sept. 1825, S. 342. Bulletin universel. October. S. 242.)

Französisches Baumwachs zum Pfropfen.

Das beste Baumwachs zur Bekleidung der frisch gepfropften Pfropf-Reiser besteht aus gleichen Mengen Wallfisch-Thranes und Peches, und wird auf folgende Weise bereitet. Man schmilzt zuerst das Pech in einem irdenen Gefäße, und gießt dann das Oehl zu, mischt es gehörig, und trägt es kalt mit einem Pinsel auf. Man bedient sich dieses Wachses mit vielem Nutzen in Nord-West-Bretagne. Es gewährt den Vortheil, daß es nie abspringt, und Regen und Wind von den Pfropf-Reisern abhält, wodurch so oft das Fehlschlagen derselben veranlaßt wird; daß es sich leichter auftragen läßt, als die gewöhnliche Thonbedeckung, und zugleich netter aussieht.

43)

Ist es möglich, daß man diese elenden Messer, die gar keinen Vorzug, als den eines langweiligen Gebrauches besizen in England noch nicht kennen sollte?

A. d. Ueb.

44)

Hrn. Walter's Streichriemen zu Landshut sind weit besser.