Text-Bild-Ansicht Band 19

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Selten schlagen die Reiser fehl, die damit bedeckt wurden. Reiser, die man einige Tage über unter Erde gelegt oder in Wasser eingeweicht hat, schlagen besser an, als die, die man frisch vom Baum hernimmt. Kirschen- oder Birnen-Reiser sollten nie später als nach St. Patricius gepfropft werden.45) (New Monthly Magazine. September, 1823. Technical. Repos. November, 1825, S. 317.)

Ueber das Pfropfen der Cactus-Arten.

Hr. Joh. Nairn, Gärtner bey Thom. Forbes Reynolds, Esqu. zu Carshalton, Surrey, pfropfte Cactus flagelliformis, speciosus und speciosissimus auf Cactus triqueter, wodurch eine höchst sonderbare Pflanze entstand. Er beschreibt die Operation, die von März bis September vorgenommen werden kann, auf folgende Weise: „Ich nehme ein kurzes Stück von der Pflanze, die ich pfropfen will, und füge sie dadurch ein, daß ich ein Stück des fleischigen Theiles von dem Stocke sowohl, als von dem Theile der Pflanze, den ich aufsetzen will, wegnehme. Der Saft ist so klebrig, daß die Theile ohne alles Binden an einander bleiben; es ist indessen sehr gut, wenn man sie mit Bast bindet; man muß jedoch wohl Acht geben, daß sie nicht gequetscht werden, indem sie sonst leicht faulen. Sie vereinigen sich bald, und das gepfropfte Stück wächst schnell. Die hängenden Stücke blühen nicht bloß häufiger, sondern auch schneller. Als Erdemischung empfiehlt Hr. Nairn 5 Theile reichen Gartenlehm, und 1 Theil Morasterde. Man stellt den Stock in eine Orangerie oder sogenanntes kaltes Haus, begießt ihn im Sommer reichlich, und im Winter mäßig. Auch Cactus Pereskia läßt sich gut auf triqueter pfropfen. (Gill's technic. Repository. Novemb. 1825, S. 318.)

Ananasse unter Glas in bloßem Laube zu ziehen.

Hr. Gibson, Gärtner bei Hrn. Heinr. Peters zu Betchworth Castle beschreibt im V. B. der London Horticultural-Society seine, auch in Gill's technical Repository, November 1825, S. 288. mitgetheilte Methode, Ananasse zu ziehen, auf folgende Weise: Er richtet im Februar sein Bett für die fruchttragenden Stöke her, nachdem er die Blätter von gemeinen Eichen- und (guten) Kastanien-Bäumen im Herbste hierzu sammelte. Der Kasten, den er hierzu vorrichtet, ist 13 Fuß lang, 6 1/2 Fuß breit, rükwärts 3 1/2, vorne 2 1/2 Fuß hoch. Das Bett wird an der Basis 8 Fuß breit angelegt, und nach oben zu auf 7 Fuß verschmälert, wenn es 4 1/2 Fuß hoch aufgeschüttet wurde. Auf dieser Höhe werden die Blätter eingeebnet, gut niedergetreten, und ringsumher um das Bett eine 10 Zoll dike Lage von Blättern angelegt, so daß auch große Pflanzen tief genug eingesenkt werden können. Die Stöke werden in die verwitterten Blätter so tief eingesenkt, daß der Rand der Topfe drei Zoll tief unter die Blätter kommt, wo dann bald Wurzeln zwischen den Blättern zum Vorscheine kommen, wodurch der Wachsthum der Frucht verstärkt wird, und, da diese dann vielweniger Wasser fordert, als bei dem Einsenken in Lohe nöthig ist, einen viel feinern Geschmak bekommt.46). Für die Stöke, die den Winter über aufbehalten werden müssen, muß ein frisches Bett gemacht werden; wo es aber an Blättern fehlt, kann durch Ausfütterung nachgeholfen werden, bis zum nächsten Frühjahre. Den Nachwuchs behält Hr. Gibson in Lohe, in welche er

45)

Dieß hängt offenbar von dem Klima eines jeden Ortes ab, und ist nicht allgemein gültig.

A. d. U.

46)

Ein gewöhnlicher Fehler unserer Gärtner ist, die Ananasse zu stark zu gießen, wodurch sie fad werden.

A. d. Ueb.