Text-Bild-Ansicht Band 26

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wenigstens nach dem Geruche zu urtheilen, den sie verbreiten. Nachdem diese innere Thätigkeit derselben aufgehört hat, gibt man die Galläpfel in ein Tuch und preßt sie aus; den ausgepreßten Rükstand behandelt man mit siedend heißem Wasser, und man wird finden, daß die Gährung den Extractivstoff und zusammenziehenden Stoff in den Galläpfeln so zerstört hat, daß die Abkochung des ausgepreßten Rükstandes, gehörig abgeraucht, durch bloßes Erkalten sich häufig und leicht in Galläpfel-Säure krystallisirt, was nicht geschehen könnte, wenn die vielen schleimigen Theile, welche hier durch die Gährung zersezt wurden, in die Abkochung übergegangen wären.“

„Wenn es also erwiesen wäre, daß man in einigen Fällen in der Färbung mit mehr Vortheil einen Färbestoff anwenden könnte, der reicher an, Galläpfel-Säure als an adstringirendem Stoffe ist, so würden wir obige Methode die Galläpfel zu benüzen empfehlen.“

„Der Ausschuß erklärt, daß er, obschon man die Eigenschaften des Bablah sehr übertrieben hat, doch der Meinung ist, daß dieser neue Färbestoff in der Färberei einige Dienste leisten kann, und in dieser Hinsicht Aufmerksamkeit verdient; daß man aber bisher noch nicht genug Versuche mit demselben angestellt hat, um über die Vörtheile und Nachtheile dieses Färbestoffes ein bestimmtes Urtheil fällen zu können. Die Färber sollen Versuche damit anstellen, und die Resultate derselben bekannt machen: dieß wird nüzlicher seyn, als Diatriben über Bablah schreiben.“

Cochenille.

Die Engländer ziehen jezt Cochenille in ihren westindischen Colonieen. Der Pfarrer Landsdown Guilding, auf St. Vincent, ein guter Naturhistoriker, hat eine Nopalerie in seinem eigenen Garten. Er zieht die Insecten auf Cactus cochinillifer Linn. (nicht Decand., dessen C. coch. Linne's Tuna ist). Die Engländer haben aber die seine Sorte des Insectes noch nicht; nur die wilden. England braucht jährlich 150,000 Pfund Cochenille; ein Werth von 2,750,000 fl. Conv. G.

Ueber das feine Leinen der Bibel

hat der hochw. Hr. Dav. Scot, M. D., in der Wernerian Society eine sehr gelehrte Abhandlung gelesen, die wir im Edinb. New Philos. Journal, N. 5. S. 71 finden, welche aber, ungeachtet aller Gelehrsamkeit, uns nicht viel mehr lehrt, als Reinh. Forster uns vor 50 Jahren in seiner schönen Abhandlung de Bysso bereits gelehrt hat, daß das feine Leinen feiner Baumwollenzeug war, und daß, wie ein Augsburger-Bürger vor 300 Jahren sehr richtig über Bibel-Auslegung bemerkte: „in die Bibel viel hinein, aber wenig herausgeht, wenn man sie gar zu gelehrt treibt.

Hrn. Luken's sonderbare Stokknöpfe.

Hr. Lukens aus Nord-America verfertigt Stokknöpfe aus Elfenbein, die man mit einem Messer durchschneiden kann, ohne daß sie in Stüke gehen. Er. gab Hrn. Gill eine solche Spielerei, unter der Bedingung, daß er den Knopf nicht zerlegt, und den Mechanismus nicht bekannt macht. Diese Spielerei soll äußerst artig seyn. (Gill's techn. Repos. Septbr. 1827. S. 189.) (Wir haben diese Spielerei in Deutschland schon vor Jahren gehabt.)

Ueber künstlich verfertigtes Brenn-Material.

Das London Journal, welches jezt erst das Patent des Levy Zachariah anführt, wovon wir bereits im polytechnischen Journale Nachricht