Text-Bild-Ansicht Band 27

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Stein überzutragen, wird dieses Papier mit einer durchscheinenden Stärke überzogen, was allerdings eine sehr schwierige Arbeit ist, und viele Geschiklichkeit fordert, indem solches Papier stark zusammenläuft oder sich runzelt und kräuselt, wenn es naß gemacht wird. Man wird sich die Arbeit sehr erleichtern, wenn man mit einem feinen weißen Firnisse überzogenes Velinpapier (gewobenes Papier, tissue paper) nimmt und dann mit Stärke überzieht. Nach der zweiten Methode nimmt man durchscheinende Blätter von Gallerte oder Fischleim (deren Bereitungsart unten angegeben werden soll) und zeichnet oder schreibt darauf mit dem Trokenstifte, so daß man Vertiefungen oder Einschnitte erhält. Diese Vertiefungen werden mit autographischer Tinte ausgefüllt und dann übergetragen. Wir werden diese Verfahrungs-Weisen an ihrem Orte noch genauer beschreiben, so wie auch das Uebertragen eines Kupferstiches oder einer lithographischen Platte.

L. Benüzung des Steinkohlen-Theeres als Anstreicher-Farbe für Dächer u.s.w.

Aus dem Mechanics' Magazine, N. 226. 22. Decbr. 1827, S. 355.

Hr. C. Davy beschreibt am a. O. das Dachwerk und die Deken des neuen Palastes, deren Würdigung wir den Baumeistern überlassen wollen, und beschränken uns bloß auf die Anwendung des Steinkohlen-Theeres, die gelegentlich aus einem Norwich Journale zum Behufe der armen Bauern mitgetheilt wird, um ihre Strohdächer wasserdicht zu machen und Holz bei dem Dachstuhle derselben zu ersparen.

Steinkohlen-Theer ist überall, wo man Leuchtgas oder Kohks aus Steinkohlen bereitet, für eine Kleinigkeit zu haben, und kann als Anstreicher-Farbe und zugleich als Schüzung des Holzwerkes gegen Witterung und Insecten, und des Eisens gegen Rost sehr gut benüzt werden. Die hier empfohlene Benüzung desselben zur Anstreicher-Farbe geschieht auf folgende Weise. Man löscht frisch gebrannten Kalk nur mit soviel Wasser, als nöthig ist, denselben in Staub zerfallen zu lassen, siebt ihn durch, und sezt demselben soviel Kohlen-Theer zu, als nöthig ist, um daraus eine Masse von der Consistenz einer Anstreicher-Farbe zu erhalten; während des Gebrauches muß fleißig aufgerührt werden. Je nachdem die Farbe früher troken werden soll, nimmt man mehr Kalk. Gewöhnlich reicht Eine Pinte Kalk auf Ein Gallon Theer hin; man darf jedoch den Kalk nur nach und nach in den Theer eintragen. Will man der Farbe einige Eleganz geben, so kann man, wenn sie einen Stich in's Grünliche erhalten