Text-Bild-Ansicht Band 27

Bild:
<< vorherige Seite

Beitrag zur Geschichte der Vitriolöhl-Fabrikation.

Dr. Ward war der Erste, der eine einträgliche Schweselsäurefabrik in Englane errichtete. Er bediente sich jedoch hierzu gläserner Gefäße, und konnte das Pfund nicht wohlfeiler als um 16 Penee (48 kr.) liefern. Erst als der sel. Dr. Roebuck auf die Idee kam, bleierne Gefäße statt der gläsernen zu nehmen, konnte er das Pfund um 4 Pence (12 kr.) liefern. (Mechan. Magaz. N. 233, 9. Febr. S. 32.)

Ueber Fenster- oder Tafel-Glas.

In einem an und für sich unbedeutendem Aufsaze über Fenster- oder Tafelglas im Mechan. Register werden folgende Verhältnisse der Glasmaterialien, als in England gebräuchlich, angegeben, die wir unseren deutschen Glasfabrikanten nicht vorenthalten (!!) wollen. „Zu sehr schönem Glase: 200 Theile gute Soda; 300 Theile feinen Sand, 33 Theile Kalk; 250 bis 300 Theile fein gemahlene Glasscherben.“„Zu dem Lumbeth-Kronenglase (Lumbeth-crown-glass), das etwas dunkler und ins Grünliche, ziehend ist): weißer Sand 60 Pf.; gereinigte Perlasche 30 Pf.; Salpeter 15 Pf.; Borax 1 Pf.; Arsenik 1/2 Pf. Wenn das Glas zu gelb ausfiele, muß Braunstein zugesezt werden.“„Eine wohlfeilere Mischung zu Fensterglas besteht aus 60 Pf. weißen Sandes; 25 Pf. ungereinigter Perlasche; 110 Pf. gemeinen Salzes; 5 Pf. Salpeter; 2 Pf. Arsenik; 1 1/2 Pf. Braunstein.“„Das gemeine grüne Fensterglas besteht aus 60 Pf. weißen Sandes; 30 Pf. Ungereinigter Perlasche; 10 Pf. gemeinen Salzes, 2 Pf. Arsenik, 4 Loth Braunstein.“„Eine noch wohlfeilere Composition zu grünem Glase ist 120 Pf. des wohlfeilsten gemeinen Sandes, 30 Pf. ungereinigter Perlasche, 60 Pf. gut gebrannter und gesiebter Pottasche, 20 Pf. gemeinen Salzes, 5 Pf. Arsenik. Wenn man schlecht farbigem Glase eine bläuliche Farbe geben will, soll man auf zehn Zentner Fritte 2 Loth Zaffra zusezen. Die HHrn. Hammond und Smith verfertigen die größten Tafelgläser in England in Cylindern von 60 Zoll (sic!) im Durchmesser, und schneiden daraus Tafeln von 33 Zoll Höhe und 23 Zoll Breite. „Sie ersezen“ sagt das Register „jezt, nicht nur bei uns, das deutsche Glas, sondern führen ihr Glas auch dorthin aus, wo die Deutschen es ehevor hinführten.“

Fritte zum Krystallglase.

Hr. Pajot Descharmes gibt im Industriel, Jän. 1827, S. 164 (Bulletin d. Scienc. technol. Jan. 1828, S. 31) folgende Fritte zum Krystallglase an: 360 Pf. Sand; 240 Pf. Mennig; 137 Pf. Pottasche; 600 Pf. Glasscherben; 6 Pf. Salpeter; 6 Pf. Arsenik; 6 Unzen Braunstem; 2 Unzen Spießglanz: zusammen 1349 Pf. 8 Unz. Es wird mit Steinkohlen geheizt.

Flüßige chinesische Tusche.

Man kocht Pergament-Abfälle oder feine alte Handschuhe in Wasser bis sie zu Leim geworden sind. Man fängt mit einem Faïance-Teller den Rauch einer Lampe über der Flamme derselben auf, und bringt denselben noch heiß in Berührung mit dem kalten Leime, der an demselben hängen bleiben, und sich damit verbinden wird. Diese Arbeit wiederholt man so lange, bis der Leim hinlänglich schwarz geworden ist. Mit dieser flüßigen Tusche wird man so gut, als mit der anderen, zeichnen und mahlen können. (Recueil industriel. Jan. S. 93.)

Ram-Dyal's Recept zur chinesischen Tusche.

Man nimmt gleiche Theile Lampenschwarz und Eisenvitriol, Galläpfel und arabischen Gummi, pülvert alles, reibt es auf einem Reibsteine mit Wasser. Dieß gibt die schönste und dauerhafteste Tusche. (Recueil industriel Jänner. S. 95.)

Schwarze Wände in Gärten.

Bekanntlich erhöht ein schwarzer Anstrich die Temperatur der Wände um 10° Fahrenh., und macht so die Früchte der an denselben gezogenen Bäume früher reifen