Text-Bild-Ansicht Band 27

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2) daß die Widerstände, welchen die luftförmigen Flüßigkeiten bei ihren Bewegungen in denselben Röhren erleiden, sich genau wie die Quadrate ihrer mittleres Geschwindigkeiten verhallen;

3) endlich, daß in Folge dieses Gesezes und der Geseze der geradelinigen Bewegung die Menge Gases, die aus einer Röhre von gegebener Dike ausfließt, sich immer in geradem Verhältnisse des durch das an dem Behälter, aus welchem das Gas ausströmt, angebrachte Manometer angezeigten Drukes, und in umgekehrtem Verhältnisse der Quadratwurzel der Länge, durch welche das Gas läuft, befindet.

Ueber Einrammen.

Das Mechan. Register ist jezt der Tummelplaz von Streitschriften über die Kraft, mit welcher die Ramme die Pfeiler eintreibt. Neulich bewies ein Hr. Mackinnon: die größte Wirkung habe dann Statt, wann die Höhe unendlich klein ist (Mechan. Magaz. 8. B. T. 355); der gute Rammkloz würde also nach Hrn. Mackinnon am meisten wirken, wann er auf dem einzutreibenden Posten liegen bleibt. Ein Hr. Tisbury behauptet daselbst (8. B. S. 372) mit Recht das Gegentheil, und berechnet die Kraft einer durch 50 Fuß fallenden Ramme = 179,34 Ztr., während ein anderer, Hr. Barrat, dieselbe nur zu 56,714 berechnet. Nun kommt Hr. Utting, und weiset alle diese Herren zu Recht; behauptet aber, die Geschwindigkeit, die ein Körper im Falle am Ende der ersten Secunde gewann, sey 32 1/6 Fuß, am Ende von 2 Secunden 64 1/3 Fuß, am Ende der dritten Secunde 96 1/2 Fuß, und die Beschleunigung im Fallen sey gleichförmig um 32 1/6 Fuß per Secunde, und berechnet hiernach eine Tabelle bis auf 400 Fuß Fall. Weiß man denn in England nicht, daß ein Körper in der 1sten Secunde 15 Fuß, in der 2ten 45, in der 3ten 75 u.s.f. fällt, und daß die durchlaufenden Räume zunehmen, wie die ungeraden Zahlen 1, 3, 5, 7 u.s.f. So geht's, wenn Unterricht in der dem Menschen unentbehrlichsten Wissenschaft, der Mathematik, so sehr vernachläßigt wird, wie auf den zu wahren Mönchs-Instituten ausgearteten Universitäten Oxford und Cambridge. „Die Beschleunigung im Falle ist gleichförmig.“ (The Acceleration is uniform!) – Zu dem Streite über das Einrammen im Mech. Mag. findet sich jedoch ein interessanter Beitrag in N. 227, 29. Decbr. 1827, worauf wir Wasserbaumeister aufmerksam machen zu müssen glauben.

Für Verfertiger musikalischer Instrumente

befindet sich in dem October-Hefte der Annales de Chim. et de Physique. S. 187, ein sehr lehrreicher Aufsaz über die Rotationen schwingender und tönender Körper von Hrn. Fel. Savart, von welchem sie guten Gebrauch machen können, wenn sie hinlänglich Mathematik und Physik verstehen, ohne welche man allerdings ein guter Verfertiger musikalischer Instrumente, aber kein Meister in seiner Kunst seyn oder werden kann. Sie werden diesen trefflichen Aufsaz bald in irgend einem deutschen Journale für Physik übersezt finden.

Hrn. Woolger's ewiger Kalender,

von welchem wir im polytechn. Journ. Bd. XXIV. S. 458. gesprochen haben, ist jezt in Hrn. Willich's lithographischem Institute, Bedford-Street, Conventgarden, sehr elegant erschienen, und verdient auch in Deutschland bald allgemein bekannt und benüzt zu werden.

Ueber Darstellung des Chromoxydes.

Hr. Dr. Wöhler bemerkt in den Annalen der Physik und Chemie Bd. X. S. 46, daß man das grüne Chromoxyd, welches man gewöhnlich durch Glühen des chromsauren Queksilberoxyduls darzustellen pflegt, sehr leicht durch Reduction der Säure mittelst Ammoniak erhalten kann. Man vermischt das rothe, saure chromsaure Kali, welches käuflich zu haben ist, mit ungefähr gleichviel gepülvertem Salmiak, und etwas weniger kohlensaurem Kali oder Natron, und glüht das Gemenge in einem bedekten Tiegel, bis man keine Salmiakdämpfe mehr bemerkt.