Text-Bild-Ansicht Band 28

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Auf Platinna-Draht mit Borax gibt chromschweselsaures Nikeloxyd-Kali ein durchscheinendes lichtbraunes Glas; chromschwefelsaures Zinkoxyd-Kali ein durchscheinendes gelblichgrünes Glas.

10. Decbr. 1827.

LXXXVI. Ueber die Verfertigung des rothen Glases, besonders des feuerrothen, wie es die alten Kirchenfenster enthalten, von Dr. F. Engelhardt 185), Verwalter des Zinsweiler Eisenwerks, unweit Strasburg.

Aus den Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen 1828, erste Lieferung, S. 15.

(Im Auszuge.)

Die Kunst Glas roth zu färben, war schon den Alten bekannt, und Hr. Klaproth hat gezeigt, daß sie dazu das Kupferoxydul gebraucht haben (dessen Beiträge zur Kenntniß der Mineralkörper. Bd. 6, S. 136.). Auch bin ich überzeugt, daß die meisten alten rothen Gläser nur mit diesem Oxyd gefärbt worden sind. Dieß war auch der einzige hierzu gebrauchte Farbestoff das ganze Mittelalter hindurch, wenigstens habe ich bei vielfältigen chemischen Analysen der verschiedenartigsten Stüke noch keinen anderen entdeken können.

Allein da die Farbe, welche das Kupferoxydul dem Glase gibt, so intensiv ist, daß Scheiben von der gewöhnlichen Stärke ganz schwarzbraun und kaum durchschimmernd seyn würden, so mußte ein Verfahren gefunden werden, durch welches jener Nachtheil gehoben wird. Dieses bestand nur darin, daß man das weiße Glas mit einer äußerst dünnen Lage von rothem Glase überzog (Ueberfangglas); nur auf diese Weise konnte die schöne Farbe und die Durchsichtigkeit mit einander verbunden werden.

Seit Kunkel's Zeit wurde auch das Goldoxyd oft als Färbestoff bei Verfertigung des rothen Glases angewandt. Das Goldoxyd gibt in der That ein schönes Roth, mit welchem das Glas, unbeschadet der Durchsichtigkeit, durch und durch gefärbt werden kann, und es wird daher mit Vortheil bei Verfertigung von Gefäßen und ähnlichen Gegenständen gebraucht werden können. Allein dieser Gebrauch wird des hohen Preises und verschiedener Schwierigkeiten wegen, immer beschränkt bleiben. Zugleich erhält man auch mit Goldoxyd nie den schönen Purpur, oder das Feuerroth der alten Kirchenfenster, die so gefärbten Gläser schimmern immer in Karmoisin oder Rosa hinüber,

185)

Hr. Dr. Engelhardt gewann durch die hier mitgetheilte Erfindung, den von dem Vereine zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen ausgeschriebenen Preis einer goldenen Denkmünze nebst 300 Thalern. A. d. R.