Text-Bild-Ansicht Band 28

Bild:
<< vorherige Seite

verkauft auch ein solches Pulver, bei welchem weißer Arsenik ist, das man aber verbiethen sollte. (Journ. d. Scienc. usuelles N. 29. Bullet. d. Sc. techn. März. 1828 S. 214.)

Thauröstung des Hanfes.

Hr. Nicolas erzählt in den Mémoir. d. l. Soc. royale de Caén, 1. Cah. 1827. S. 145. sein Verfahren, die Thauröstung statt der verderblichen Wasserröstung bei dem Hanfe einzuführen. Die Thauröstung war in den ältesten Zeiten Sitte, und ist es noch heute zu Tage in den Vogesen. Nach dieser Röstung beucht er den Hanf in einer Kufe, in welcher er auf 100 Pfund in einzelne Reischen gebundenen Hanfes, 50 Pinten Brunnen-Wasser, und 2 Pfund Pottasche (oder Soda) mit 4 Pfund Oehl bis auf ungefähr 20° erwärmt gießt. Nach 2 Tagen wird diese Beuche abgezogen, bis auf 85° erhizt, und neurdings auf den Haaf gegossen. Am dritten Tage nach dem Einweichen wird jedes Reischen Hanf mit der Hand gerieben, gewaschen und getroknet. Der Hanf verliert auf diese Weise seinen Gestank, wird sanft wie Flachs, gibt weniger Werg, und läßt sich schön verarbeiten. (Bullet. d. Scienc. technol. März 1828. S. 214.)186)

Wein, der im Zapfen läuft, gut zu erhalten.

Hr. Imery zu Toulouse empfiehlt eine Flasche feines Oehl in das Faß zu gießen, das man lang im Zapfen laufen laßt, und erinnert hier an die Sitte der Florentiner, die mittelst einiger Tropfen feinen Oehles in ihren dünnen Flaschen, die sich nicht fest zustöpseln lassen, ihre herrlichen Weine Jahre lang gut erhalten. Journ. d. Sc. und Nr. 23. Bulletin a. a. O. (Dem Uebersezer scheint es, daß guter Wein weder Oehl noch Kork braucht. Er hatte eine Flasche achten Malaga zwei Jahre lang sehr schlecht zugepfropft auf seinem Tische, und nippte nur zuweilen ein Tröpfchen auf Don Roxas Weht. Der Wein war im lezten Tröpfchen, nach zwei Jahren, die er im Zimmer zubrachte, noch so gut, wie da vor 2 Jahren das Pech vom Korke gelöst wurde. Wir in Deutschland können keinen Gebrauch vom Oehle machen, um Wein mittelst desselben zu erhalten.)

Seidenzeuge, und Gewebe aller Art, auch Papier, von Wasser undurchdringlich zu machen.

Die besten Fabriken dieser Art im Auslande sind gegenwärtig jene des Hrn. Champion zu Paris, und jene des Hrn. Davies zu Macclesfield bei London. Beide halten aber ihr Verfahren geheim. Das durchsichtige Papier des Hrn. Davies zum Pansen ist das beste, das man kennt. (Bullet. d. Scienc. technol. a. a. O.)

Kochgeschirr aus Porzellan, und Benüzung des Porzellans in der Mechanik von Hrn. Langlois.

Hr. Mérimée theilt in Nr. 283. des Bulletin d. l. Soc. d'Encouragement S. 23 Nachricht über die Porzellan-Kochgeschirr-Fabrik des Hrn. Langlois zu Bayeux mit. Man mußte längst daß bei Cherbourg Kaolin bricht; Niemand hat aber denselben benüzt. Im Jahre 1801 fing Hr. Langlois an, denselben anzuwenden nachdem er sich vorläufig unter Brongniart's Auspicien in der Porzellanfabrik zu Sevres die nöthigen Kenntnisse erwarb. Die zuerst errichtete Fabrik zu Valognes wurde aufgegeben, und eine neue zu Bayeux errichtet, die jezt ihre Niederlage zu Paris hat. Das Porzellan aus dem Kaolin zu Cherbourg ist nicht so weiß, wie das Limoger, aber ohne Vergleich feuerfester, und ist sehr wohlfeil. Hr. Mérimée hat die Waaren des Hrn. Langlois allen möglichen Torturen im Feuer unterworfen, und sie hielten jede Probe aus ohne ein Rißchen zu bekommen. Da die lichte Farbe jedoch und die Glätte die

186)

Ganz dasselbe Verfahren sah der Uebersezer vor 42 Jahren in seines Vaters Garten zu Wien von einem böhmischen Juden anwenden, dessen Haupterwerb in Hanf- und Flachsverfeinerung bestand. A. d. Ueb.