Text-Bild-Ansicht Band 30

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Polytechnisches Journal.

Neunter Jahrgang, zwanzigstes Heft.

XXIII. Beschreibung einer neuen Maschine, um Löcher in Eisen zu bohren. Von der Erfindung des Hrn. Pihet.

Aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement. N. 285 S. 73.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Gewöhnlich bedient man sich zum Einbohren der Löcher in Eisen eines Windelbohrers, dessen Spize aus gut gehärtetem Stahle ist, und der mit der Hand gedreht wird. Dieses einfache Verfahren ist sehr langwellig und kostet viele Spizen. Wenn man Stäke aus hartem Gußeisen zu durchbohren hat, hilft man sich mit der Drehebank aus, auf welcher die Spize horizontal sich mit einer Geschwindigkeit dreht, die nach der Dike des Gußeisens berechnet ist, und schnell und regelmäßig arbeitet. Die Drehebank wird von einer Dampfmaschine, oder auf was immer für eine Weise, in Thätigkeit gesezt, und ein Arbeiter hält, mittelst eines Hebels, die Bohrspize gegen das Stük, welches von den Baken eines Schraubstokes festgehalten wird. Eine solche Maschine hat Hr. Pihet, vis-à-vis les abattoirs Popincourt, wo sie täglich gebraucht wird.

Eine dritte Art, Löcher zu bohren, die noch schneller hergeht, als die vorige, besteht in Anwendung eines Durchschlageisens, das man mit großer Gewalt auf das durchzuschlagende Stük Eisen wirken läßt, welches in dieser Absicht auf eine Matrize gelegt wird. Dieses Durchschlageisen ist ein Theil einer Maschine, die zugleich zum Blechschneiden verwendet wird, und die man heute zu Tage in beinahe allen Schmieden Englands findet. Sie wurde von Hrn. Dufaud nach Frankreich gebracht, und im 19. Jahrgange des Bulletin (1820) S. 312 beschrieben. Diese große Maschine hat ihr Flugrad, ihr Räderwerk, ihre Hebel, und kommt theuer, weßwegen man sie in kleineren Werkstätten nicht anwenden kann.

Die Regierung entschloß sich, die hölzernen Bettstätten der Soldaten in den Kasernen38) durch eiserne ersezen zu lassen, und beauftragte Hrn. Pihet mit Verfertigung derselben, unter der Bedingung, daß diese Bettstätten leicht und doch fest seyn sollten, um die Säle nicht zu sehr zu drüken; sie sollten ferner nicht höher kommen, als die hölzernen.

38)

Weil sie seit dem Jahre 1814 vor Wanzen nicht mehr schlafen konnten.