Text-Bild-Ansicht Band 30

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(On the Causes of Dry Rot in Public and Privat ships and its Remedy) zu Norfolk in den Vereinigten Staaten heraus, aus welchem das Juniusheft des Franklin-Journal S. 407 einen Auszug mittheilt. Herr Borron findet die Ursache dieses furchtbaren Nebels nicht in der Natur des amerikanischen Holzes, wie man fälschlich glaubt, sondern in dem fehlerhaften, zu sehr geschlossenen, der Luft allen Zutritt verwehrenden Baue der Schiffe, in dem Vorurtheile, nach welchem man den Kiel immer mit stinkendem Wasser gefüllt läßt etc. Es wäre sehr der Mühe werth, daß diese kleine Schrift des Herrn Commodore Borron für unsere norddeutschen Schiffbaumeister und Seefahrer übersezt würde.

Ertrag eines Zwiebelbeetes und eines Birnbaumes in England.

In einem Garten zu Newburgh wuchsen auf einem Flächeninhalte von 190 □ Yards (ein Yard = 3 Fuß) 141 Bushel Zwiebel; das Bushel zu 4 1/2 Stone oder 63 Pf. Ein zwölfjähriger Birnbaum in einer ungünstigen Lage trug 4850 Birnen. Galingn. Mess. N. 4229.

Veredlung des Obstes.

Die Kunst, das Obst zu veredeln, ist belgischen Ursprunges, und wenn auch die Akademie zu München an der Möglichkeit dieser Kunst zweifelte, und einer Abhandlung, die das Gegentheil behauptete, den Preis zuerkannte,174) so hat diese Kunst doch in den Niederlanden seit dieser Zeit unendliche Fortschritte gethan. Man will damit nicht sagen, daß niemals neue Früchte aus Samen gezogen wurden, sondern nur daß die Kunst, neue Früchte aus Samen zu ziehen, noch nie nach wissenschaftlichen Grundsäzen betrieben wurde (durch Kreuzung etc.) Der Zufall hat zu allen Zeiten und in allen Ländern neue Obstsorten hervorgebracht 5 nur in Belgien allein175) hat man aber am Ausgange des achtzehnten Jahrhundertes Obstbäume in großer Menge aus Samen gezogen, bloß in der Absicht, neue und bessere Sorten zu erhalten. Seit dieser Zeit wurden jährlich Tausende von Sämlingen zu Brüssel gezogen, und man erhielt dadurch viele und vortreffliche neue Obstsorten, wie die Incomparable Fondante des Bois, die Pastorale und andere Birnensorten, die unsere pomologischen Schäze bereicherten. Prof. van Mons hat das Resultat dieser Bemühungen in einem eigenen Kataloge zu Löwen im J. 1823 herausgegeben. – Messager des Sciences et des Arts. Gardener's Magazine Mechanics' Magazine. N. 271. 18. Oktober 1828. S. 192.

Ueber Straßenbau.

So vortrefflich die englischen Landstraßen auch sind, so ist man doch noch mit denselben nicht zufrieden, und findet sie im Sommer zu staubig, im Winter zu kothig. Um diesen Nachtheilen abzuhelfen, sucht man immer mehr und mehr den besten Straßen in der Welt, den altrömischen und den gegenwärtigen holländischen, nahe zu kommen, und sie ganz aus Steinen auszumauern. Wo es an natürlichen Steinen fehlt, sucht man mit künstlichen auszuhelfen. So hat man jezt auf einer Streke außer Highgate, nachdem man den Grund der Straße durch Abzugsgraben vollkommen troken gelegt hat, den Mittelkörper derselben aus künstlichen Steinen aufgemauert, die man sich hierzu aus Gerölle, Sand

174)

Man thut der Academie zu München hier Unrecht; nicht sie war es, sondern eines ihrer Mitglieder, dem in Ermangelung eines Besseren diese Abhandlung zur Beurtheilung zugetheilt wurde. Dieses Mitglied (das jezt nicht mehr unter den Lebenden wandelt) hat nie in seinem Leben einen Baum gepflanzt, es gab sich aber das Ansehen, als ob es nicht bloß Birnen zu braten, sondern auch zu pflanzen und zu veredeln verstünde; es war mit einem Worte ein Jesuite, und die Academie zu München vermochte zu jener Zeit nichts gegen die Jesuiten. A. d. Ueb.

175)

Und in Oesterreich zu Wien, wo Franz Schmidt, der berühmte Verfasser der classischen österreichischen Baumzucht, Baron von der Lühe, der Sänger der Hymnen an Flora und Ceres, und Dr. Gall, der Kraniolog, unter dem Schuze des damaligen Ministers, des edlen Grafens von Saurau, die Schöpfer der Obstbaumzucht für den österreichischen Kaiserstaat geworden sind. A. d. Ueb.