Text-Bild-Ansicht Band 31

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in die politischen Angelegenheiten Portugals kam es nun dahin, daß man in allen Kramläden Lissabon's und Oporto's französische und deutsche Waaren sieht, die man ehevor niemals daselbst gesehen hat. Unser Handel ist vollkommen zerstört. Der Irländer mag jezt seine Butter für sich selbst behalten; denn der Holländer kann sie wohlfeiler verkaufen. Die deutsche Leinwand macht die englische überflüssig. Französische Tücher haben die Tücher unserer Mitbürger zu Leeds aus Portugal verdrängt, so wie die französischen gedrukten Kattune die französischen Strumpfwirker-Arbeiten, und die niederländischen Spizen unsere englischen Fabrikate dieser Art. Gerechter Himmel! Weiß unser Herzog von Wellington was er thut, oder vielmehr was er nicht thut? etc. etc.

Ueber den Einfluß der sogenannten Hoftrauern.

Die Fabrikanten und Kaufleute von Puzwaaren hielten Ende Novembers eine Versammlung zu London, in welcher sie beschlossen, Sr. Majestät ehrfurchtsvollest zu bitten, die Dauer der künftigen Hoftrauern allergnädigst zu beschranken, indem, wie sie beweisen können, eine einzige Hoftrauer von der jezt gewöhnlichen Dauer wenigstens 100,000 Arbeiter in England um ihr tägliches Brot bringt. Sie halten sich für überzeugt, daß Sr. Majestät von dem ungeheueren Unglüke, das eine solche Hoftrauer über viele tausend arme Familien aus der ärmeren arbeitenden Classe bringt, durch ihre Minister nie in Kenntniß gesezt wurden, und daß Allerhöchstdieselben nie zugeben werden, in christlichen Zeiten Menschenopfer zur Leichenfeier der Großen durch Hungertod fallen zu sehen, wie es im Heidenthume durch Feuer und Schwert geschah, und bei den Neger-Caziken noch geschieht. Eine solche Hoftrauer kostet nicht bloß das Leben der armen Arbeiter und ihrer Weiber und Kinder, die während derselben buchstäblich verhungern, sondern auch die Kapitalien der Kapitalisten, die der Staat so oft in Anspruch nehmen muß. Ein König, wie Georg der IV. wird nicht zugeben, daß während Seine erlauchte Familie zum Glüke des Landes lebte, dieselbe durch ihren Tod, durch welchen das Land ohnedieß unersezbaren Verlust erleidet, auch Tod und Verderben über so viele treue Unterthanen bringe. (Chronicle. Galignani Messenger. N. 4281.)

Die größte bekannte Reisekutsche

baut gegenwärtig zu Philadelphia (nach dem Philadelphia Chronicle) Hr. J. Gleason. Diese Kutsche ist zur Fahrt zwischen Bordentown und Washington bestimmt. Sie hat zwei Kasten über einander, jeden mit sieben Sizen auf 4 Personen, so daß sie 56 Personen auf ein Mal fahren kann. Der ganze Doppelkasten ist 13 Fuß lang, 5 Fuß breit und 10 Fuß hoch; auf den Achsen aufgesezt wird der Dekel 14 Fuß über dem Boden stehen. Das Gestell hat vier Räder; die vorderen halten drei, die hinteren beinahe sechs Fuß im Durchmesser; jedes Rad hat doppelte Speichen und anderthalb Fuß breite Reife. Die Bagage wird in einem angehängten einräderigen Karren nachgezogen, dessen Rad einen 2 1/2 Fuß breiten Reif führt. Zur Bespannung braucht man 12 Pferde, drei und drei neben einander, die zwei Postillions außer dem Kutscher fordern. Auf den bisherigen Reisewagen würde man mit derselben Anzahl von Pferden nur 27 Reisende fahren können. Man fährt so schnell, als mit den gewöhnlichen vierspännigen Kutschen. (Galignani N. 4260.)

Der größte bekannte Stein in der Welt

liegt jezt im Steinbruche zu Craigleith. Er ist etwas über 136 Fuß lang und wird auf 15,000 Tonnen (300,000 Ztr.) geschäzt. (Caledon. Mercury. Galignan. 4263.)

Ueber den Willand Canal

findet sich ein, in historischer Hinsicht mehr als in technischer, interessanter Aufsaz in Silliman's American-Journal of Science und in Gill's technolog. Reposit. November 1828 S. 297. In technischer Hinsicht ist bloß Phelp's Vorrichtung zur Förderung der Erde aus der Tiefe merkwürdig, die übrigens nichts anderes, als die in Europa längst bekannte sogenannte Aufzugs-Maschine