Text-Bild-Ansicht Band 31

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CIX.  Gibson's Arzenei-Löffel.

Aus dem London Journal of Arts. November. 1828. S. 56.

Mit einer Abbildung auf Tab. VI.

Dr. Gibson erhielt für diesen Löffel die Isis-Medaille der Society of Arts. Der Stiel, g, des Löffels ist hohl, und hat bei N, eine weitere Oeffnung, die derjenige, der die Arzenei dem Kranken gibt, mit dem Daumen nach Belieben schließen kann. Der Löffel selbst ist an seinem Hinteren Ende, wo er am Stiele ansteht, oben ganz und beständig, bei c aber mittelst eines Dekels, der sich in Angeln öffnet, geschlossen. Man öffnet diesen Dekel, gießt die Arzenei in den Löffel und schließt die Oeffnung bei N mit dem Daumen. Wenn man nun den Löffel dem Kranken in den Mund bringt, und den Daumen von N wegzieht, wird die Arzenei dem Kranken von selbst in den Mund fließen: er wird weder von dem Geschmake noch von dem Geruche derselben sehr belästigt werden, da der Dekel auf dem Löffel den lezteren, und das schnelle Einfließen der Arzenei den ersteren vermindert. Sollte der Kranke sich überfangen, so darf man nur den Daumen schnell auf N drüken.

(Diesen Löffel nennt man, sehr hochgelehrt, „ein hydropneumatisches Instrument;“ „eine Erfindung, die nur jener der Magen-Pumpe nachsteht!“ Wir finden an diesem Instrumente nur zwei Nachtheile: 1) Daß der Kranke, dem man die Arzenei mit demselben eingießt, in Gefahr ist, sich zu überfangen und zu erstiken. 2) Daß man den Löffel nicht gehörig reinigen kann, oder nur mit vieler Mühe. Wir theilen hier diese Erfindung bloß deßwegen mit, damit unsere Zinngießer und Silber-Arbeiter dieses „hydropneumatische Instrument“ kennen lernen, und der Arzt, der es anwenden will, nicht nöthig hat, dasselbe aus England kommen zu lassen.)

CX. Neues Verfahren, den Salpeteräther zu bereiten, von Gerolamo Ferrari.

Aus dem Giornale di Farmacia-Chimica Science accessoriel, Milano 1828.

N. 10. p. 214.

Man gießt allmählich zwei Unzen concentrirte Salpetersäure in sechs Unzen Schwefeläther. Das Gemisch wird in einer kleinen Retorte

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angewendet, aber – so weit gehen die Vorurtheile derjenigen, die das Salinenwesen leiten, das heute zu Tage noch so einfältig geführt wird, wie im 15ten und 16ten Jahrhunderte; und in mancher Hinsicht sogar noch schlechter – von jenen als unnüze Neuerung nicht passirt wurde.