Text-Bild-Ansicht Band 31

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auf eine Maschine zur Verfertigung von Röhren geben ließ. Es gibt keine Abbildung, und die hier gegebene Erklärung ist um so mehr dunkel, als das Repertory selbst bemerkt, daß die Einleitung zu diesem Patente langer ist, als es noch keine derselben vor einem Patente fand, dafür aber die Hauptsache in solcher Eile überschlüpft ist, daß die ganze Patent-Erklärung dadurch äußerst mangelhaft wurde. Das, was an dieser Maschine verständlich ist, zeigt, wie das Repertory sagt, daß dieselbe der Maschine des Hrn. Cook, worauf lezterer im März 1808 ein Patent nahm, dessen Erklärung sich im Repertory of Arts, II. Series, S. 21. befindet, weit nachsteht. – Eine der vielen Ursachen, warum Gasbeleuchtungs-Anstalten, selbst wenn sie so schön beginnen, wie jene zu Frankfurt, so schwer gedeihen, und, wie diese, oft so plözlich zu Grunde gehen; eine der vielen Ursachen, warum Luft- und Wasserheizungen bei uns so viele Schwierigkeiten finden, ist, auf der einen Seite, die Kostbarkeit der Röhren, auf der anderen die Unvollkommenheit derselben. Eisen und Blei ist, im Verhältnisse zum Brote, nicht so wohlfeil bei uns, als in England; und die Kunst, wohlfeile und gute, vollkommene und dauerhafte bleierne Röhren zu verfertigen, ist bei uns auf dem festen Lande, selbst in Frankreich, noch zu sehr in der Kindheit.

Stühle à la Jacquart zur Baumwollen-Weberei benuzt in Rouen.

Zwei bis drei der ersten Kattun-Fabrikanten zu Ronen haben, da es mit der gewöhnlichen Baumwollen-Zeugmanufactur in Frankreich so zu sagen stündlich mehr bergab geht, und keine Aussicht zur Besserung ist, versucht die Stühle à la Jacquart die man bisher bloß zur Seidenweberei verwendete, bei Verfertigung feiner Baumwollenzeuge zu benüzen. Die Versuche scheinen ihnen zu gelingen, aus dem natürlichen, in der Technik aber so oft übersehenen Grunde, daß Feines ehe zu Gröberem taugt, als umgekehrt, (Galignani N. 4306.)

Ueber Vergrößerungs-Gläser

hat ein Hr. Dakin im Philosoph. Magazine, December, 1824, S. 429. einige Bemerkungen, vorzüglich über Bestimmung der Brennweite, mitgetheilt, worauf wir Optiker aufmerksam machen. Sie sind zu dunkel, um für das größere Publicum zu taugen, und dürften vielleicht selbst für Optiker in einer deutschen Uebersezung eines Commentares bedürfen. Die von Hrn. Dakin gebrauchte Benennung Focimeter für das Instrument, das er zur Bestimmung der Brennweite vorschlägt, kann in keiner Sprache angenommen werden; sie ist ein elendes Compositum aus der griechischen und lateinischen Sprache zu Einem Worte verschmolzen. Leider hat die schlechte französische Terminologie des Dreimal-Maßes, die die Assemblée nationale sanctionirte, als sie keine Akademie mehr hatte (die Barbarei, Decimeter statt Dekameter, Centimeter statt Hekatometer, Millimeter statt Chilimeter etc. zu sprechen und zu schreiben), die halbgriechische und halblateinische Nomenklatur in die halbgelehrte Welt geschläudert, die, während sie oft nichts anderes auf die ungelehrte Welt zu bringen vermag, sich mit Erzeugung junger Böklein, mit Ausprägung von Barbarismen beschäftigt, für welchen man in guten Gymnasien kleine Jungen zu züchtigen pflegt.

Die große Kanone von Bhurtpore kommt nach Woolwich.

Der König von England läßt die große Kanone, die zu Bhurtpore in Ostindien im lezten Feldzuge erobert wurde, vor der Artillerie-Schule zu Woolwich als Trophäe aufstellen. Diese Kanone, aus Stükgut, wiegt 310 Ztr. (45 1/2 Tonne). Die Laffete, auf welcher sie ruht, ist aus Gußeisen und wiegt 465 Z. Curier Galignani. 4320.

Eisen-Erzeugung in England.

„Es ist vielleicht kein Zweig unserer Stappel-Industrie, der so rasche und mächtige Fortschritte gemacht hat, als die Erzeugung und Verarbeitung des Eisens. Diesen Fortschritten verdanken wir aber auch die Verbesserungen in unserem Maschinen-Wesen „(und wieder umgekehrt verdanken die Eisenwerke ihre Fortschritte den Verbesserungen in dem Maschinen-Wesen. u.)“; wir sind in diesem Zweige