Text-Bild-Ansicht Band 31

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darüber klagen wird, daß er sterben muß. Darüber darf aber jeder seufzen, daß zwei Drittel und mehr noch von demjenigen, was er bezahlt, nicht in die Hände desjenigen kommt, dem er es bezahlt; darüber darf jeder seufzen, daß es uns unsere Finanzmänner in ihrer Staats-Weisheit dahin gebracht haben, daß man für das Glük, dem Fürsten selbst nur eine kleine Steuer zahlen zu dürfen, ihnen eine fünf oder sechs Mal größere Steuer zahlen muß. Man sehe nur die Budgets unserer constitutionellen Staaten durch. Der Fürst ist kümmerlich bedacht, und das Land erliegt unter Steuern! Die Reception der Steuern, das Heer der Beamten verschlingt 4/5 oft 6/5 der Staats-Einnahmen. Man rechne nur die täglichen Abgaben, die eine Familie aus dem Mittelstande für ihre ersten Bedürfnisse: Fleisch, Mehl, Salz, Bier oder Wein, Talg, Colonial-Waaren, Kleidungsstüke, nebst den direkten Steuern bezahlen muß, und man wird finden, daß in der Summe der Steuer-Einnahme im Budget kaum die Hälfte der wirklich geleisteten Abgaben vorkommt. Man rechne nach, wenn man zweifelt. Wenn man in einem Staate von drei Millionen Menschen 50 Millionen Einnahme findet, und diese einzig und allein als Steuer-Revenue betrachtet, so wird man diese Summe durch eine Kopfsteuer von 10 Fl. per Kopf hinlänglich gedekt finden. Nun zahlt aber, wenn man im Durchschnitte auf Einen Kopf täglich nur eine Maaß Bier (z.B. in Bayern) rechnet, ein Individuum schon am Bier allein 6 Fl. des Jahres! Da so viele Menschen in Bayern täglich 2–3, mehrere 4–5 Maaß, viele noch mehr trinken, so wird man obigen Durchschnitt nicht übertrieben finden. Wo kommen nun noch die übrigen directen und indirekten Steuern hin? Jeder Familienvater wäre glüklich, wenn er sich mit 10 Fl. per Kopf für seine Familie abkaufen könnte! Würden aber die 30 Millionen Steuern so im Volke vertheilt, daß Individuen, die 50,000, 40,000, 30,000 u.s.f. bis auf 1000 und bis auf 30 Fl. jährliches Einkommen haben, in einem gehörigen Stufen-Verhältnisse zur Kopfsteuer stünden, so würde der Reiche eben so viel gewinnen, als der Arme, und der Staat gewänne in eben diesem Verhältnisse, als er glükliche Unterthanen haben würde, als Akerbau, Industrie und Handel mit einem Male entfesselt würde, noch weit mehr.

Einige Ausschüsse der Tarifs-Commission fingen ihre Arbeiten damit an, daß sie ihre Stimme gegen die Weintranksteuer, gegen die Tabakregie, gegen Einfuhr gewisser Waaren aus Deutschland etc. erhoben. Alle diese Stimmen sind Stimmen der Schreienden in der Wüste bei unseren heutigen Finanz-Systemen. Was die Tabak-Regie betrifft, so müssen wir gestehen, daß wir es nicht für Frank reich räthlich finden, daß es Tabak baue, während es Colonien besizt; für Frankreich, daß nicht Brot genug für seine Einwohner, nicht Heu genug für seine Stallthiere, nicht Holz genug für seine Küchen hat. Wenn Frankreich seine Tabak-Regie nach dem weisen Systeme Preußens einrichten würde, würde es glüklich genug seyn; und noch glüklicher würde Oesterreich bei dem preußischen Tabak-Systeme seyn; sein Ungarn würde ein Virginien für ihn, für Europa werden, und alle übrigen europäischen Staaten, die keine Colonien besizen, würden den herrlichen ungrischen Tabak, der dem türkischen und persischen so nahe kommt, aus Oesterreich beziehen.

Englands Handel mit der Ostsee im Jahr 1828.

Das Morning-Journal vom 12. Dec. 1828. gibt folgende Uebersicht her im Jahre 1828. in den vorzüglichsten Hafen Englands aus der Ostsee eingelaufenen Schiffe:

In London: mit Bauholz Talg Hanf u. Flachs Korn Leinsamen Gütern
215 98 Schiffe; 51 Schiffe; 14 Schiffe; 33 Schiffe; 16 Schiffe; 3 Schiffe.
In Hull:
96.
77 – 1 – 7 – 1 – 2 – 8 –
In Newcastle:
106.
38 – 3 – 10 – 44 – 8 – 3 –
In anderen Häfen:
227.
188 – 16 – 10 – 5 – 3 – 5 –

In allem 644 Schiffe. Maculloch's Leser und Freunde,“ sagt es, „werden bei Uebersicht dieser Einfuhr ausrufen; welcher gesegnete Handel! Allerdings; aber nur für die Preußen, Schweden und Dänen gesegnet, und für die Russen; wir