Text-Bild-Ansicht Band 32

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Schluß.

Aus den angeführten Versuchen folgt, daß gewisse flüchtige Oehle, welche sehr bezeichnende chemische Eigenschaften haben, durch die chemische Analyse von einander abgeschieden werden können; daß man zwei flüchtige Oehle von verschiedener Dichtigkeit am besten durch Destillation mit Wasser von einander trennen kann; daß wenn zwei flüchtige Oehle gleiche Dichtigkeit haben, das heißt schwerer als Wasser sind und das eine derselben sich mit gewissen Alkalien verbinden kann, das andere aber nicht, die beiden Oehle durch Zusaz von Alkali und Destillation mit Wasser von einander getrennt werden können; daß man auch drei mit einander vermischte flüchtige Oehle, wenn sie sehr ausgezeichnete chemische Eigenschaften haben, durch dieselben Verfahrungsweisen von einander trennen kann; endlich zeigen uns diese Versuche auch die Möglichkeit, bei den Analysen gewissen vegetabilischen Substanzen eben so genaue Resultate zu erhalten, wie bei den Analysen der Mineralsubstanzen, wenn aber dieses Resultat erreicht werden soll, so muß man mit sehr reinen und von aller Beimischung freien vegetabilischen Substanzen arbeiten, deren Eigenschaften man zuvor vollkommen ausgemittelt hat.

XXIII. Ueber die Verfälschung des Weizenmehles von Hrn. Henry.

Aus dem Journal de Pharmacie, März 1829, S. 127.

Es wurden mir mehrere Sorten Weizenmehl zur Untersuchung übergeben, um sie auf eine Vermengung mit Kartoffelstärkmehl zu prüfen.

Vermittelst einer guten Loupe konnte man an einem schönen Tage, wenn die Sonne in ihrem ganzen Glanze schien, darin leicht glänzende krystallinische Punkte entdeken; da ich aber das Gewicht der dem Mehle beigemengten Stärke nicht bestimmen konnte, so zog ich es vor, die Quantität des Klebers zu bestimmen, welchen man aus einem solchen Mehle erhält, indem ich unverfälschtes Mehl, welches unter meinen Augen bereitet worden war, zur Vergleichung anwandte. Ich suchte also den Kleber aus fünf und zwanzig bis dreißig unverfälschten Mehlarten, die aus Getreide von 1827 und 1828 erhalten worden waren, auszuscheiden, ohne mich um die anderen

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Mit dem flüchtigen Oehle des Lansonharzes gelang der Versuch vollkommen und es färbte sich mit Salpetersäure noch dunkelblau, nachdem es von dem damit vermischten Gewürznelkenohl abgeschieden worden war. Als hingegen Gewürznelkenohl mit Baldrianöhl gemischt wurde, trat nicht ganz derselbe Erfolg ein: lezteres Oehl blieb großen Theils in dem verseiften Gewürznelkenöhl zurük: ich glaube daher, daß das Baldrianöhl eine gewisse Neigung hat, sich mit den äzenden Alkalien zu verbinden. A. d. O.