Text-Bild-Ansicht Band 32

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Oeffnungen werden zwei passende, flach convexe, Linsen befestigt, deren Achsen mittelst ihrer flachen Flächen leicht in dieselbe Linie gebracht werden können, während ihre Entfernung von einander mittelst Schrauben so gestellt werden kann, daß sie endlich die möglich beste Wirkung hervorbringen. Das beste relative Verhältniß der Brennpunkte der beiden Linsen scheint, nach den Versuchen des Dr. Wollaston, das wie Drei zu Eins. Die Entfernung zwischen ihren stachen ebenen Flächen sollte, im Allgemeinen, ungefähr 4, 4 der kürzeren Brennweite seyn, muß aber durch Versuche so lang ausgemittelt werden, bis man den möglich höchsten Grad von Deutlichkeit erlangt hat. Die Linsen müssen so in ihren Zellen befestigt werden, daß ihre stachen ebenen Flächen gegen den Gegenstand zu liegen kommen, den man beobachtet. Die äußere Zelle dieses zusammengesezten Vergrößerungs-Glases muß mit einem stachen Rande versehen seyn, so daß sie auf dem zur Aufnahme bestimmten Stüke ruhen kann. Die flach-convexe Linse, mittelst welcher der Gegenstand beleuchtet wird, ist in eine ungefähr 6 Zoll lange Röhre eingeschlossen, die innenwendig schwarz angestrichen ist, und unten eine kreisförmige Oeffnung von ungefähr drei Zehntel Zoll im Durchmesser hat, um das von dem stachen Spiegel zurükgeworfene Licht zu begränzen. Der Mittelpunkt dieser Oeffnung muß in der gemeinschaftlichen Achse der Linsen liegen, und das Bild der Oeffnung, welches von der großen Linse erzeugt wird, muß durch gehörige Stellung der Entfernung dieser Linse in dieselbe Fläche mit dem zu untersuchenden Gegenstande gebracht werden. Mit einem solchen Mikroskope sah Hr. Wollaston die Streifen und Sagezähne an den Schuppen des Lepisma und der Podura und die Schuppen auf den Flügeln einer Müke mit einem Grade von Deutlichkeit und Klarheit, die kein anderes Mikroskop ihm gewähren konnte. Da die Fläche Seite der Linse gegen den Gegenstand zunächst zu liegen kommt, kann man mittelst derselben ohne alles Hinderniß auch flüssige Gegenstände beobachten.“

Dampfmaschinen in den französischen Niederlanden.

Die ersten Dampfmaschinen wurden in Belgien im I. 4805, 4807, 1809 von den HHrn. de Vos, J. Rossel und den Gebrüdern Bossaert errichtet. Die Maschinen waren aus der Fabrik der Gebrüder Perier zu Paris. Es vergingen 10 Jahre, bis die Herren Dehemptine, Coppens und Cappaert (l. J. 1819) Dampfmaschinen mit hohem Druke aus England kommen ließen. Seit dieser Zeit vermehrten sich in jedem Jahre die Dampfmaschinen innerhalb der Mauern von Gant, und von den 60 Dampfmaschinen, die Flandern heute zu Tage zählt, hat Gant allein deren 54 zum Spinnen, Weben und Kattundruken. Die meisten dieser Dampfmaschinen sind von den HHrn. Cockerill zu Seraing; Bioley zu Verviers; Tassin zu Liege; so daß Belgien jezt von dem Tribute für Dampfmaschinen nach England frei ist. Zu Tronchiennes, zu St. Nicolas, zu Tamise, zu Termonde, zu Hamme ist überall eine, zu Alot sind zwei Dampfmaschinen im Gange. Das westliche Flandern hat bisher nur 4 Dampfmaschinen; eine zu Bruges, eine zu Courtrai, eine zu Breeden und eine zu St. André bei Bruges. (Journal du Commerce. 18. Jän. 1829. Bullet. d. Scienc. techn. März. S. 243.)

Ueber Peek's Dampfmaschine mit umdrehender Bewegung.

Das Repertory of Patent-Inventions gibt im Supplement zum VII. Bd. S. 419. Nachricht über die Dampfmaschine des Mechanikers, Thom. Peek, (St. John Street, Clerkenwell, London) mit umdrehender Bewegung, auf welche derselbe sich am 1. Aug. 1827 ein Patent ertheilen ließ, jedoch ohne alle Abbildung, so daß sie wieder beinahe so gut, wie nichts taugt, und man bloß die Bemerkungen benüzen kann, mit welchen es seine Nachricht schließt, und die dahin lauten, „daß Hrn. Witty's Patent vom Febr. 1810 (Repertory of Patent-Inventions, XX. Bd. S. 257. II. Series) weit weniger zusammengesezt ist, und daß, da es in beiden Patenten vorzüglich darauf abgesehen ist, daß die Dampfmaschine so wenig Raum einnimmt als möglich, und ohne Balken sammt Zugehör arbeitet, dieser Zwek durch Hrn. Dawes feststehende Dampfmaschine ohne Flugrad, auf welche derselbe sich im Februar 1816 ein Patent ertheilen ließ (man vergl. Repertory of Patent-Inventions XXIX. Bd. S. 263),