Text-Bild-Ansicht Band 32

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Legitime Mauth-Betrügereien mit Weinen in England.

Daß Weinhändler in ihren Kellern Weine mischen und falschen, ist leider nur zu bekannt. Daß aber dieser Betrug unter k. Autorität geschehen kann und darf, während der Wein noch im Schuze der Behörde auf der Mauth liegt, ist vielleicht nur in England möglich, wo ein Kronfiskal, der die k. Rechte gegen die Schwärzer zu vertheidigen hat, in einem Jahre sich 72,000 fl. verdienen kann. Ueber die Verfälschung der Weine, noch während sie unter k. Siegel liegen, und über die Nachtheile, die dadurch für den ausländischen Weinhändler entstehen, der seinen Namen auf dem Fasse hat, und der die ungeheueren Abgaben (2 fl. 45 kr. für die Flasche guten Weines!) zu bezahlen hat. (Vergl. Times und Galignani N. 4381.)

Erdäpfelblüthe als gelbes Farbe-Material.

Sire Joh. Sinclair entdekte im vorigen Sommer zufällig, daß Erdäpfel-Blüthe eine sehr schöne gelbe Farbe gibt, und sandte Muster seiner Färberei an Hr. G. Cayley. Ein großer Vortheil, der durch das Einsammeln der Erdäpfelblüthen für den Erdäpfelbau entstehen würde, wäre der, daß die Knollen dadurch häufiger und besser würden. Bullet. d. Scienc. technol. Janvier. 1829. S. 2.162))

Einfuhr von Baumwolle in England in den ersten Tagen April's l. J.

Zu Liverpool liefen in 9 Tagen an 500 Schiffe mit Baumwolle aus Brasilien und aus den vereinigten Staaten ein. Man schäzt ihre Ladung auf 70,000 Säke und Ballen, die mit jenen, welche seit Anfang dieses Jahres eingeführt wurden, eine Menge von 230,000 Säken geben. Liverpool Albion. Galignani. N. 4403.

Beschlüsse die Seidenwaaren-Einfuhr in England betreffend.

Die Huskisson'che Sotise bleibt unwandelbar, und sollten mehr als 20,000 Menschen darüber verhungern müssen. Der Einfuhrzoll auf europäische Seidenwaaren bleibt auf 25, auf indische auf 20 p. C. herabgesezt; nur wird der Einfuhr-Zoll der Seide selbst vermindert, und zwar an der Organsin-Seide von 5 Schill, auf 3 1/2, an der Tram auf 2 Sch., und an der ungesponnenen Seide auf 1 1/2 Sch. Globe. Galignani. N. 4401.

Literatur.

a) Französische.

  • Traité complet des propriétés, de la préparation et de l'emploi de matières tinctoriales et des couleurs: par J. Ch. Leuchs, traduit de l'Allemand et revu pour la partie chimique, par M. E. Péclet. 1. P. 8. Paris 1828. chez Malher. 9 Francs. Wie weit muß er mit der französischen Literatur gekommen sey, wenn sie sich mit solchen Werken bereichern zu müssen glaubt.
  • Art de faire toutes espèces de bières, par Mr. Payen, suivi d'un traité de la culture et des emplois du houblon, par MM. Payen, Chevallier, et Chappelet. 12. Paris 1829. ch. Audin.
  • Art de fabriquer les savons, mis a la portée des ménages: par Mr. Dussard, 18. Paris 1828. Audot. (Ist ein Bändchen der Encyclop. pop.) 1 Franc.
  • Traité pratique de Chimie appliquée aux arts et manufactures, à
162)

Wir ehren Sir J. Sinclair von ganzem Herzen als einen der größten Männer seines Zeitalters, und wollen gern glauben, daß er diese Entdekung machte, ohne zu wissen, daß sie bereits über 50 Jahre alt ist. Schon Dambourney sagt S. 245 (vergl. Böhmer techn. Gesch. d. Pflanz. II. S. 209): „Frische Stängel mit Blättern und Blumen gaben eine schöne citronengelbe Brühe, und die mit Zinn vorbereitete Wolle erhielt gleichfalls eine schöne und dauerhafte Farbe.“ A. d. U.