Text-Bild-Ansicht Band 33

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wenn sie um Brot schreien, das ihnen der Ausländer stiehlt, in einem Augenblike in die Luft fliegen können.“

Ueber Parkinson's und Crosley's Patent-Vorrichtung zum Treiben der Maschinen.

Das Repertory of Patent Inventions gibt in seinem Supplement zum VII. Bd. S. 414. eine Notiz, über das Patent, welches die HHrn. Parkinson und Crosley, ersterer Gentleman zu Barton, Lincolnshire, lezterer Gas-Apparat-Fabrikant in Cottage-Lane, City-Road, Middlesex, sich auf eine Vorrichtung zum Treiben der Maschinen am 1. Aug. 1827 ertheilen ließen. Da diese Notiz ohne Abbildung ist, so ist sie nicht zu brauchen, indem die Vorrichtung sehr zusammengesezt ist: sie ist nämlich auf abwechselnde Ausdehnung und Zusammenziehung der Luft berechnet, und auf Verminderung und Erhöhung der Temperatur derselben in geschlossenen Gefäßen. Zum Glüke scheint an dieser Patent-Vorrichtung nicht viel gelegen zu seyn; denn das Repertory bemerkt hierüber selbst S. 448. „Vor gerade sechs Monaten ließen sich die HHrn. Robert und Jakob Stirling auf eine ähnliche Vorrichtung ein Patent ertheilen, worüber wir im lezten Bande S. 101. (Polyt. Journ. Bd. XXVII. S. 390.) Nachricht gegeben haben. Beide Patente haben so viel Aehnlichkeit mit einander, daß, wenn an den Patent-Rechten der einen wie der anderen etwas Bedeutendes gelegen wäre, diese sehr gefährdet werden könnten. Wir haben aber bereits in unseren Bemerkungen über Stirlings Patent a. a. O. gezeigt, daß erhizte Luft, als Triebkraft, dem Dampfe weit nachsteht, und daß es nicht zu erwarten ist, daß Luft-Maschinen jemals mit Dampf-Maschinen in Concurrenz treten können, indem sie, bei gleichem Aufwande für Maschinerie und Feuer-Material, im Ganzen nur den hundertsten Theil der Kraft einer Dampf-Maschine besizen.“

Ueber eine Maschine Flachs zu spinnen und zu verfeinern.

Das Diario mercantil zu Barcelona erwähnt nach einem Schreiben aus Cadiz einer Maschine, mittelst welcher man dem Flachse die Feinheit der Baumwolle geben, und, wie diese, auf der Mühle spinnen kann. Es spricht auch von einer Maschine, den spanischen Ginster (génêt d' Espagne, nicht Genista hispanica, sondern Spartium junceum 44) so fein wie Seide zu verarbeiten. Schon im J. 1788 hat Don Jos. Serralta zu Soria eine solche Fabrik errichtet, die sich jezt in der Nahe von Madrid befindet, auf welcher der Flachs und das Werg kardetscht wird. Im J. 1794 spann man zu Santjago den Flachs so fein, daß ein Quentchen 400 Varas (einen Faden von 1200 Fuß Länge) gab. Man verfertigte daraus sehr feine Battiste für Amerika. Zu Cadiz wurde spanisches Leinen-Garn aus Galicien das Pfd. zu 25 bis 30 Realen verkauft. Man spann sogar Garn von N. 90., d.h., Garn, von welchem 84 Gebünde, jedes zu 46 Varas, nur 2 Loth wogen. Solches Garn wurde in Amerika mit Gold aufgewogen. – Was den Ginster betrifft, so weiß man, daß Hiéron dem Archimed befahl, die Schiffsseile aus Spartium junceum verfertigen zu lassen. Im J. 1769 errichtete man zu Daymiel eine Fabrik zur Verarbeitung dieses Materiales, zu welcher Karl III. im Jahre 4 772 aus seiner eigenen Casse 20,000 Piaster hergab. Die daraus verfertigten Zeuge wurden die Vara zu 4, 5 bis 7 Realen verkauft. Im J. 1774 waren 300 Weiber an dieser Fabrik bloß mit dem Spinnen des Ginsters beschäftigt. Man weiß heute zu Tage nicht mehr, wie diese Pflanze behandelt wurde. Der jezt zu Barcelona gesponnene Ginster liefert Garn von N. 40., und wird um 8 Realen das Pfd. verkauft. Gaceta de Bayona. 30. Jan. 1829, (Bullet. d. Scienc. technol. März, S. 256.)

Maschine zum Straßenkehren.

Oberst Boaze erfand eine Maschine zum Straßenkehren, die einem bedekten Karren gleich sieht. Sie wird von zwei Pferden gezogen. Ein Räderwerk treibt

44)

Spartium junceum wird wegen seiner wohlriechenden Blumen bei uns in Gärten gezogen, muß aber im Winter in Stroh eingebunden werden. Ueber die Benüzung dieser Pflanze siehe Böhmer's technol. Geschichte der Pflanzen. Bd. I. S. 532.