Text-Bild-Ansicht Band 33

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hölzernen Rinne, in welcher man mittelst Schöpfeimern die Flüssigkeit erst aus der Küpe in den Kessel, dann aus diesem zurükschöpft.

Dieses Verfahren ist mit einer Menge von Nachtheilen verbunden. Das Bad der Küpe wird matt, in dem es stark aufgerührt und der Einwirkung der atmosphärischen Luft ausgesezt wird; der Indigo oxydirt sich neuerdings wieder, fällt zu Boden und macht eine neue Desoxydirung nothwendig, wenn er wieder aufgelöst werden soll; die Arbeit ist langweilig, sehr ermüdend für die Arbeiter, und zugleich kostspielig. Ueberdieß steht sie gar nicht im Verhältnis mit den übrigen Fortschritten der Künste, so daß man sich in die Zeiten des Mittelalters versezt glauben sollte, wenn man auf diese Weise arbeiten sieht.

Die Nothwendigkeit einer Verbesserung dieses Verfahrens wurde von allen Färbern längst gefühlt. Man hat auch wirklich einige Abänderungen an demselben getroffen. Im nördlichen Frankreich und in einigen Färbereien des südlichen bedient man sich der sogenannten holländischen Küpen, an welchen ein Theil der Wand aus Kupfer ist, woran außen ein Ofen sich befindet, so daß man das Bad der Küpe in der Küpe selbst wärmen kann. In einigen Färbereien versuchte man durch Dampf zu heizen, den man in die Küpe leitete: allein weder die eine noch die andere dieser Abänderungen gewahrt einen wirklichen Nuzen, und die Färber, die sich derselben bedienen, kommen, so viel man weiß, gegen die alten Färber nicht auf, die sich der obigen schlechten Methode bedienen, so schlecht sie auch ist.

Das Verfahren, welches ich unten beschreibe, und dessen man sich in der Färberei zu Villeneuvette bedient, ist nur eine Abänderung des gewöhnlichen Verfahrens bei dem Aufwärmen, wodurch jedoch die Arbeit um Vieles vereinfacht, die Auslage bei derselben bedeutend vermindert, und der größte Theil der Nachtheile beseitigt wird, der bei der gewöhnlichen und bei den übrigen Verfahrungsweisen Statt hat. Dieses Verfahren besteht in Anwendung einer kupfernen Pumpe, mittelst welcher das Bad der Küpe in den Wärmkessel übergepumpt wird, dessen Boden gleich hoch mit dem oberen Rande der Küpe steht, und in welchem das Bad dadurch gewärmt wird, daß man den Hahn einer kupfernen Leitungs-Rohre öffnet, die sich auf dem Boden dieses Kessels befindet.

Beschreibung dieser Vorrichtung. Fig. 4.

A, sechs hölzerne Küpen, die in der Bläuerei in einer Reihe eingesezt sind.

B, Wärmkessel in der Färberei, der 4 Meter weit voll der Bläuerei angebracht ist, und 4 Fuß (1 Meter 33 Centimeter) höher als obige Küpen steht. Dieser Kessel befindet sich auf einem Mauerwerks auf welches man auf einer weiten Treppe hinaufsteigt.