Text-Bild-Ansicht Band 33

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Menge einer vegetabilischen oder animalischen Substanz gegenwärtig ist, wird die Auflösung (purpurroth) gefärbt und mit gewöhnlichem destillirtem Wasser ist die Färbung stark. Um sich zu überzeugen, daß die Ursache der Farbenveränderung wirklich die angegebene ist, braucht man nur die gefärbte Substanz sich absezen zu lassen, die farblose Auflösung abzugießen und sie wieder dem Sonnenschein auszusezen. So kräftig auch die Sonnenstrahlen seyn mögen, zeigt sich doch keine fernere Wirkung; sezt man aber mehr destillirtes Wasser zu, so tritt dieselbe Erscheinung sogleich wieder ein. Er glaubt, daß salpetersaures Silber, auf diese Art angewandt, eines der besten Reagentien auf die Gegenwart sehr geringer Mengen vegetabilischer Substanzen in dem Wasser ist; sollte sich wegen eines in dem Wasser vorhandenen salzsauren Salzes Chlorsilber bilden, so muß man dieses sich im Dunkeln vollständig absezen lassen, ehe man die Flüchtigkeit abgießt und dem Lichte aussezt. (Edinb. new phil. Journ. Dec. 1828.)

Abend-Unterhaltungen und Vorlesungen über Künste und Gewerbe an der Society of Arts zu London.

Die Society of Arts zu London hat für die ersten vier Monate dieses Jahres bestimmt, an welchen über ältere und neuere Töpferkunst, Stereotypen und Drukerei, Abgießen in Gyps und Glas, und über Papiermacherei Vorlesungen gehalten werden sollen.

Die Mitglieder der Gesellschaft sind eingeladen, die Materialien, die sie über diese Gegenstände besizen, oder die sie bei ihren Freunden aufzutreiben wissen, zu diesen Abend-Unterhaltungen mit zu bringen, und so jeden Gegenstand so anschaulich und lehrreich als möglich zu erläutern. (Philosoph. Magazine. Februar.)

Süß aus Bitter.

Dr. W. Herschel hat gefunden, daß eine Mischung aus salpetersaurem Silber und Soda-Hyposulfat, zwei an sich bitterlich schmekende Körper, den süßesten Körper gibt, den man kennt. (Journal of Faits. Repert. of Pat.-Inventions, a. a. O. p. 271.)

Krappblumen (Fleurs de Garance) des Hrn. Lagier zu Avignon.

Da es jezt erwiesen ist, daß der rothe Färbestoff des Krapps für sich allein roth, scharlachroth, rosenroth, violett, braun, schwarz u.s.w. färben kann, ohne daß die gelben, falben, bitteren, zukerigen und schleimigen Theile, welche die Wurzel außerdem enthält, dazu erforderlich sind, so suchte Hr. Lagier theils durch mechanische, theils durch chemische Mittel dem Krapp alle fremdartigen, unnüzen und seinem Färbestoffe nachtheiligen Substanzen zu entziehen, ohne jedoch seine färbenden Eigenschaften zu beeinträchtigen, um dadurch seinen Farbestoff in einen kleineren Raum zu concentriren und den Fabrikanten ein Product zu liefern, welches leichter, sicherer und wohlfeiler anzuwenden ist, als der gewöhnliche Krapp. Er nennt seinen gereinigten Krapp Krappblumen (Fleurs de Garance).

In diesem reineren Zustande ist der Krapp so zu sagen eines der empfindlichsten Reagentien, in dem sehr geringe Mengen von Säuren oder Kalksalzen hinreichend sind, seine Farbe gänzlich zu verändern. Aus diesem Grunde haben einige Fabrikanten, deren Wasser zu viel kohlensauren Kalk enthielt, damit keine günstigen Resultate erhalten. Das Wasser muß jedoch ein wenig kohlensauren Kalk enthalten, aus dem einfachen Grunde, weil die Krappblume noch einen Theil ihrer natürlichen Säure enthält, die, so unbeträchtlich sie auch ist, doch hinreicht, ihre Farbe zu verändern und ihrer Ergiebigkeit zu schaden; wenn man daher reines, z.B. destillirtes Wasser anwendet, muß man ein wenig kohlensauren Kalk zusezen; und umgekehrt, wenn das Wasser zu viele Kalksalze enthält, muß man in dem Farbebade ein wenig sehr schwach gegohrene Kleie zertheilen.

Hr. Lagier hat der Soc. industr. zu Mülhausen ein Muster seiner Krappblumen eingeschikt und nach dem Berichte, welchen Hr. Penot, im Namen des chemischen Comités, der Gesellschaft erstattete, ergaben mehrere Versuche, welche