Text-Bild-Ansicht Band 33

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118), und würzt dann die Brühe mit gekochtem Sauer-Ampfer oder auf irgend eine andere ähnliche Weise.

Man kann diese Art von Suppe auch noch so bereiten, daß man Ein Kilogramm Grünzeug, wie Pastinak, gelbe Rüben, Zwiebel, Porri, Zelleri, in 5 Liter Gallerte-Auflösung, die mit obigem Salze gehörig gesalzen ist, bei mäßigem Feuer kocht, und noch drei Gewürznelken und eine hinlängliche Menge Abschöpf-Fett oder Schmalz zusezt. Man färbt hierauf diese Suppe wie gewöhnlich, zieht sie vom Feuer zurük, nachdem die Gemüse gehörig zerkocht wurden, und würzt sie endlich entweder mit etwas gekochtem Sauer-Ampfer, oder mit anderen gekochten und klein geschnittenen Gemüsen. Auf diese beiden verschiedenen Weisen erhält man, ohne Fleisch, eine eben so nahrhafte Suppe, als die gewöhnliche Fleischbrühe, die beinahe denselben Geschmak hat, wenn man Sauer-Ampfer dazu nimmt, oder wenn man sie zu einer Julienne nimmt119).

Wenn man die Gallert-Suppe mit Fleisch würzen will, muß man auf folgende Weise verfahren.

Man nimmt 5 Liter Gallerte-Auflösung, und gibt sie in einen Kessel mit 500 Gramm oder Einem Pfunde Fleisch ohne Knochen, das noch etwas Fett hält; man salzt mit der oben angegebenen Salzmischung120)

118)

Krankenhause zur Last zu fallen. Allein, diesem Nachtheile dadurch abhelfen wollen, daß man weniger Fleisch kommen läßt für das Spital, und den Kranken, die, wenn sie wieder genesen, gute Fleischsuppe brauchen, und von denen manche, während ihrer Krankheit selbst, täglich 2 Pfund Fleisch zur Kraftbrühe nöthig haben, Knochenleimbrühe Statt Fleischbrühe gibt, dieß scheint uns wenigstens nicht nur in ärztlicher, sondern selbst in ökonomischer Hinsicht ein grober Fehler in der Rechnung: in ersterer, indem manche Kranke bei Knochenleimbrühe nicht genesen werden und übel berechnete Sparsamkeit mit ihrer Haut büßen müssen; in lezterer, weil Kranke als Reconvalescenten, wo sie kraftvolle Nahrung brauchen, bei der schlechten Knochenleim-Suppe nicht so bald zu Kräften kommen und dem Spitale länger zur Last fallen werden, als wenn man sie mit guter Fleischbrühe schneller wieder zu ihren vorigen Kräften gebracht hatte. Es gibt ein anderes Mittel dem Verluste, den das Spital durch eine größere Menge von Fleisch, als in demselben von den Kranken verzehrt werden kann, erleidet, abzuhelfen, und dieses ist, daß man mit dem Spitale ein Traiteur-Haus verbindet, in welchem die Gesunden das Fleisch essen, aus welchem für die Kranken Suppe bereitet wird, oder daß man aus diesem überflüssigen Fleische Suppentäfelchen entweder durch den Koch oder durch den Apotheker bereiten läßt, wodurch das Spital mehr Gewinn haben wird, als durch eine Knochenleim-Siederei.

119)

Es ist gewiß zu viel behauptet, wenn es hier heißt, daß man „auf diese beiden verschiedenen Weisen, ohne Fleisch, eine eben so nahrhafte Suppe erhält, als die gewöhnliche Fleischbrühe.“ Wir wollen es aber gern glauben, daß sie beinahe denselben Geschmak hat, wenn man Sauer-Ampfer dazu nimmt,“ d.h. wenn man vor dem sauren Geschmake des Sauer-Ampfers den faden unangenehmen Geschmak der Knochenleim-Auflösung nicht wahrnimmt und nicht wahrnehmen kann. Man kann jedem Dinge einen anderen Geschmak geben, als es hat, nur nicht immer den, den es haben soll.

120)

Es scheint uns, daß es besser wäre, wo man ein solches Mixtum Compositum aus Fleisch- und Knochenleim-Suppe machen will, das Fleisch in reinem