Text-Bild-Ansicht Band 33

Bild:
<< vorherige Seite

färbt und beim Aussetzen an die Luft, in dem Maße, als ein Theil des Ammoniaks verdunstet, Anfangs violett und dann immer röther wird. Dieses ist also der Färbestoff der Orseillen; er wird zuerst durch das Ammoniak braun und erhält dann durch die Einwirkung der Luft sein purpurartiges Aussehen. Es ist dazu keine Gährung nöthig und Zusaz von Kalk, Alaun u.s.w. ist bei der Bereitung dieser Farbe eher schädlich als nüzlich. Nach Hrn. Robiquet wird der Färbestoff der Orseille durch Schwefelwasserstoff, wahrscheinlich in Folge einer Desoxydation, entfärbt; der Schwefelwasserstoff wirkt bekanntlich eben so auf die Lakmustinktur; auch hatte bereits der Abbé Nollet bemerkt, daß der Färbestoff der Orseille im luftleeren Raume farblos wird. Nach Hrn. Chevreul wird auch das Hömatin (der Färbestoff des Campeschenholzes) durch die Einwirkung der Säuren gelb. (Journal de Pharmacie, Juni 1829, S. 298.)

Verfälschung der Wollenstoffe mit Baumwolle.

Bei einer der lezten Sizungen der Akademie zu Metz wurde folgendes Mittel zur Entdekung der Verfälschung der Wollenstoffe mit Baumwolle empfohlen. Man löst zwei Loth äzendes Kali in einem halben Pfunde Wasser auf, und kocht darin den verdächtigen Stoff zwei Stunden lang. Wenn er aus reiner Wolle ist, so wird er sich ganz in dieser Lauge aufgelöst haben, und an der Oberfläche eine Art Seife bilden, die man durch ein Sieb kann durchlaufen lassen; wenn aber Baumwolle oder anderer vegetabilischer Faserstoff beigemengt ist, so löst er sich nicht ganz in dieser Lauge auf, sondern läßt seine Fasern auf dem Siebe zurük. Litterary Gazette. Eine weit einfachere Methode wurde in der ersten Nummer des Mechan. Mag. angegeben. Man darf nämlich nur den verdächtigen Stoff der Einwirkung der oxigenirten Kochsalzsäure (des Chlores) aussezen, von welcher die Wolle gelb, die Baumwolle aber weiß wird. (Mechan. Mag. N. 305. 13. Juni 1828. S. 288.)

Sieden des Hanfes.

Hr. Robiquet bemerkte in der Sizung der Société de Pharmacie, daß ein Apotheker zu Straßburg vor einigen Jahren den Hanf, Statt ihn zu rösten, der Einwirkung der siedenden Wasserdämpfe aussezte; daß dadurch das Oberhäutchen leicht weg ging, und die Fasern sich gut lösten. Hr. Caventou schlug bei dieser Gelegenheit vor, das zu thun, was man schon vor Jahrtausenden hätte thun können, wenn man klug gewesen wäre; nämlich zu sehen: was denn eigentlich die Hanfrinde für ein Ding ist; woraus sie besteht? Wenn man nicht weiß, sagt er, was sie eigentlich ist, wird man immer im Finstern tappen, so oft man von ihr oder über sie spricht. Analyse kann allein uns belehren. Man muß vor Allem sehen, was an einer Sache ist. Die übrigen Herren Collegen sind am Ende mit dieser natürlichsten Meinung von der Welt natürlich einverstanden, und bemerken, jeder von seiner Seite, daß an dem Hanfe etwas ist, was man noch nicht genau kennt, und was sich selbst durch mehrere Bleichen nicht wegschaffen läßt, und zuweilen noch in der Bütte des Papier-Machers der Hanffaser anklebt. Journal de Pharmacie. Mai. N. 5. S. 244.

Analyse des Wassers der Themse. Von Hrn. Brandes.

Hr. Brandes fand in 10,000 Theilen des reinsten und des unreinsten Themse-Wassers

kohlensauren Kalk 1,53 1,55
schwefelsauren Kalk 0,15 0,12
salzsaure Soda und Bittererde 0,20 0,23
organischen Stoff 0,07 2,02
–––– ––––
1,95 3,92

Es gibt ferner folgende Uebersicht über die tägliche Wasserlieferung zu London: