Text-Bild-Ansicht Band 33

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zu leicht in den Fehler zu glauben, daß ein paar Worte hinreichen, denselben auch jedem anderen deutlich zu machen; und man täuscht sich hier ganz gewaltig. Man darf nie vergessen, daß, wenn man zu Jemanden über einen Gegenstand spricht, den er nicht sieht und nie gesehen hat, den man ihm nicht einmal durch Abbildungen versinnlicht, man in demselben Falle sich befindet, in welchem man seyn würde, wenn man einem Blinden von der Farbe sprechen muß: man muß ihm die Sache begreiflich machen, handgreiflich machen. Die besten Beschreibungen mechanischer Vorrichtungen haben uns die Franzosen aus der älteren Schule, und die Holländer geliefert: bei diesen ist der Buchstabe klar und deutlich, und macht die Sache handgreiflich. Die Engländer, die Amerikaner und auch die Deutschen, die sich nicht nach obigen, man darf sagen classischen, Mustern gebildet haben, sind mehr oder minder undeutlich und dunkel, was davon herrührt, daß sie glauben, weil sie die Sache verstehen, die sie in der Hand haben, müsse sie auch demjenigen klar seyn, der sie nie gesehen hat. Brevis esse laboro, obscurus fio. Doch vielleicht ist es gerade diese Dunkelheit, welche Patent-Träger suchen.

Verbesserte Pumpen zum Ueberziehen des Bieres, Ciders etc.

Hr. Levi Pitkin, zu Rochester, Monre-County, New-York, ließ sich am 11. Octbr. v. J. ein Patent auf Pumpen zum Ueberziehen des Bieres, Ciders, Soda-Wassers u.a. Flüssigkeiten ertheilen, welche durch das Blei, Messing etc. in den Röhren und Klappen öfters vergiftet werden. Diese Pumpen unterscheiden sich von den gewöhnlichen bloß dadurch, daß jene Theile, welche bei diesen aus Metall sind, und häufig von den Flüssigkeiten angegriffen werden, die sie dann mit ihren Oxyden vergiften, aus festem harten Holze sind, wie Lignum sanctum, Ebenholz; oder aus Marmor oder anderem festen Steine, oder aus Steingut. – Wenn man den Zustand der Pipen an manchem Fasse, der Druk- und Hebwerke in manchen Kellern Englands sieht, so wird man Hrn. Pitkin für seine Aufmerksamkeit auf die Gesundheit, die wirklich sehr oft durch die gewöhnlichen Apparate gefährdet wird, allen Dank wissen. Vergl. Franklin-Journal, Dec. 1828. S. 397.

Ueber Hrn. Gervais Verbesserung des Weines durch Wärme

hat Hr. Henry, der Vater, im Journal de Pharmacie, Juni S. 296. einige Bemerkungen mitgetheilt, aus welchen, nach widerholt angestellten Versuchen, erhellt, das die Methode, welche Hr. Gervais der Société royale et contrale d'Agriculture zu Paris empfahl, umgeschlagenen Wein, oder Wein der säuerlich geworden ist, (oder wie man im südlichen Deutschland sagt, zükt) dadurch wieder gut zu machen, daß man ihn der Temperatur des siedenden Wassers aussezt, nichts taugt, und daß man dadurch nur einen schlechten Wein erhält. Hr. Bézu empfiehlt vielmehr Blasen mit Eis gefüllt in die Fässer zu hängen, in welchen der Wein anfängt in säuerliche Gährung überzugehen.

Der vollkommne Spinner.

Hr. J. W. Wheeler zu Galway, Stratoga-County, New-York, ließ sich am 11. Oct. v. J. ein Patent auf eine Spinn-Maschine ertheilen, die er den vollkommnen Spinner, „(the complete Spinner)“ nennt, und die eine Art jener Maschinen ist, welche unter dem Namen Haus-Spinnmaschinen (domestic Spinners) bekannt sind. Sie führt 8 bis 24 Spindeln. Die im Franklin-Journal, Dec. 1828. S. 398. hiervon gegebene Beschreibung ist so gut wie keine. Es ist sehr zu bedauern, daß wir von den sogenanten Haus-Spinnmaschinen, die in Amerika bereits ziemlich allgemein zu seyn scheinen, und von welchen wir schon vor einigen Jahren im Polyt. Journ. Nachricht gaben, noch immer keine gute Beschreibung und Abbildung besizen. Solche Haus-Spinnmaschinen würden bei der Stufe, auf welcher die Industrie in manchen Gegenden des Festlandes von Europa sich noch immer befindet, sehr nüzlich seyn können. Man sollte Modelle kommen lassen.