Text-Bild-Ansicht Band 33

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Reinigung des schlechten Flußwassers durch sich selbst.

Hr. Bostock, der mit der Analyse des Themse-Wassers beauftragt war, ließ eine Probe desselben, die aus einer der unreinsten Gegenden, in der Nähe des King's Scholars' Pond sewer, geschöpft wurde, einige Wochen lang unangerührt in seinem Ladoratorium stehen. Nach Verlaus einiger Wochen sah er, daß es hell und klar geworden ist, daß aber beinahe der ganze Bodensaz, den es früher abgesezt hatte, in die Höhe gestiegen war, und an der Oberfläche eine beinahe einen halben Zoll dike Schichte bildete, die höchst widerlich stank. Mit der Zeit theilte sich diese Schichte in große Massen oder Floken, an welchen kleine Luftbläschen hingen. Zwei Monate hierauf hatten diese Floken sich alle wieder auf den Boden begeben, und das Wasser war vollkommen hell und klar. Bei vorgenommener Analyse fand man in demselben Kalk, Schwefel- und Kochsalzsäure und Bittererde in weit größerer Menge, als in keiner früher analysirten Probe des Themse-Wassers: man fand vier Mal mehr salzige Stoffe. Das Verhältniß der kochsalzsauren Verbindungen war zwölf Mal größer; kohlensaurer Kalk war zwei bis drei Mal mehr und schwefelsaurer Kalk 5 1/2 Mal mehr. Als das Wasser noch faulte, zeigte es deutliche Spuren von Schwefel und Ammonium, wovon sich aber, nachdem es sich selbst auf obige Weise gereinigt hatte, keine Spur mehr zeigte. Die Ursache der größeren Menge salziger Stoffe nach der erfolgten Reinigung scheint in der Zersezung thierischer Körper zu liegen, an welcher das Themse-Wasser so reich ist. Man könnte diese Reinigung als eine Art von Gährung betrachten, in welcher die auflösbaren thierischen Körper als Ferment dienen, das sich nach und nach selbst zerstört, und die demselben beigemengten Salze zurükläßt. Je unreiner daher das Wasser, desto besser reinigt es sich von selbst. Vielleicht halten die Seeleute das Themse-Wasser aus eben diesem Grunde für brauchbar auf See-Reisen. Philosoph. Magazine. Juni 1829. S. 442.

Englischer Port-Wine.

Folgende Composition ist das schändliche Ding, das man in London als Oporto-Wein (Port-Wine) die Flasche (3 Quart) zu 5 Shilling verkauft: Brantwein, 6 Loth; Aepfelmost (Cider), 28 Loth; Zuker, 3 Loth; Alaun, 2 Scrupel; Weinstein, 1 Scrupel; starker Absud von Campecheholz, 8 Loth. Diese Analyse der englischen Gotteslästerung gegen Jacchus gibt das Mechan. Mag. N. 307. 27. Juni. S. 320. Das ist British Wine-Manufacture!“

Die neue Wein-Kühlwanne des Königs von England, das größte bisher bekannte Silbergefäß in England,

faßt bequem sechs Menschen, und wiegt 8000 Unzen (oder 16000 Loth). Die Silber-Arbeiter, die dieses colossale Gefäß verfertigten, sind die HHrn. Rundell und Bridge. (Post. Galignani. N. 4474.)

Opium-Verbrauch in China.

In den lezten 10 Monaten des vorigen Jahres kauften die Chinesen zu Canton der ostindischen Compagnie 5140 Kisten Patna- und Benares- und 6046 Malwa-Opium ab; im Werthe 10,699,510 Dollars. Da nur mehr 2143 Kisten vorräthig waren, stieg der Press eines Mal Opium von 940 auf 960 Dollar. (Sun. Galignani. N. 4474.)

Ueber Verfälschung des Mehles mit Erdäpfel-Stärkmehl.

Hr. Chereau las in der Académie roy. de Médecine eine Abhandlung über die Verfälschung des Mehles mit Erdäpfel-Stärkmehl vor. Er bemerkt, daß solches verfälschtes Mehl, mit Wässer angerührt, mehr an den Gefäßen kleben bleibt, das Wasser weniger einsaugt, weniger Brot gibt und weniger Kleber enthält, als reines Mehl. Um den Betrug zu entdeken, räth er das Mehl zu rösten. Geröstetes Mehl ist in Wasser unauflösbar. Er mengte, zum Versuche,